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Mit dem Ruderboot auf Tour

Tourneestart von Pretty Mery K im Apex Mit dem Ruderboot auf Tour

Dumpfe verzerrte Geräusche von Bass und Gitarre wie aus einem Maschinenraum erfüllen das Apex. Dann setzt druckvoll das Schlagzeug ein und die klare Stimme von Sängerin Meryem Kilic ertönt. Mit „Sweet Silence“ beginnen Pretty Mery K ihre Record Release Tour zum neuen Album „Rowboat“ in Göttingen.

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Melancholische Balladen und beschwingte Popsongs: Pretty Mery K.

Quelle: Heller

Göttingen. Ein halbes Jahr haben Sängerin Kilic, die auch Keyboards und Gitarre spielt, Gitarrist Dirk Häfner, Bassist Hendrik Krause und Schlagzeuger Michael Fromme fast ausschließlich an ihrem zweiten Album gefeilt. Kennengelernt haben sie sich beim Jazzstudium in Dresden. Heute leben sie in Berlin. Der Song „Pretty Mary K“ von Elliot Smith und Kilics Vorname standen Pate für den Bandnamen.

Flirrende, teils auch verzerrte Elektronik- und Gitarrenklänge, häufige Tempiwechsel und die über allem schwebende Stimme von Kilic prägen ihre Musik. Schwermütige, melancholische Balladen mit schleppendem Schlagzeug wechseln sich ab mit locker beschwingten auch tanzbaren Popsongs. „Hide and seek“ beginnt mit einer von Krause gespielten halbakustischen Gitarre. Die Stimme von Kilic, teils hallunterlegt, klingt federleicht, begleitet von dezentem Rhythmus und sphärischen E-Gitarrenklängen.

In „Rattlesnakes“ lassen sie dann nach ruhigem Einstieg im zweiten Teil die Gitarren so richtig krachen. Ruhige Pianoklänge und kleine fast spielerische Elektroniksprengsel dominieren im entspannten „Pillows“. Seinem Titel gerecht wird „Fast“. Das Schlagwerk von Fromme treibt den Gesang von Kilic flott vor sich her. Bisweilen wirken die Stücke jedoch durch zu viel Elektronikeinsatz etwas überladen. Auch die Überleitungen und Moderationen zwischen den Stücken könnten flüssiger sein.

Mit „Rowboat“, dem Titelstück des Albums, steuert die Band wieder in ruhige Gewässer. Mit sonoren Elektronikklängen zu feiner Gitarrenarbeit von Häfner hat es fast folkloristische Anklänge. Kilic Stimme kommt dazu tief aus dem Raum. Höhepunkte des Abends sind zwei Zugaben vom ersten Album „Oh“, „angepasst an die moderne Zeit“, wie die Sängerin hinzufügt. „Mery in Wonderland“ beginnt mit Chorgesang, um dann druckvoll loszumarschieren. Ein Stück mit Hitpotenzial. Die Band wirkt nach konzentrierter etwas statischer Vorstellung auf einmal gelöster. Mit spärlicher Instrumentierung und akustischer Gitarre beendet „Eden“ dann ein Konzert, das seine Stärken eindeutig in den differenzierteren Passagen hatte. Ein schönes Konzert, das den wenigen Anwesenden hörbar gefallen hat.

Von Jörg Linnhoff

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