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Göttinger Aulakonzerte vom Quartetto Prometeo eröffnet

Klangliche Delikatesse Göttinger Aulakonzerte vom Quartetto Prometeo eröffnet

Prometheus hieß der griechische Held, der den Göttern das Feuer stahl und es den Menschen weitergab. Ein Feuer der Leidenschaft ließ auch das italienische Quartetto Prometeo lodern, das mit Werken von Wolf, Rota und Verdi am Sonntag die Reihe der Aulakonzerte eröffnete.

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Auftakt der Aulakonzerte mit dem Gastspiel des Quartetto Prometeo.

Quelle: EF

Göttingen. Vom südländischen Kolorit“ heißt das Motto, unter dem die Konzerte der Göttinger Kammermusikgesellschaft in dieser Saison stehen. Das bedeutet nicht, dass nur „südliche“ Kompositionen das Programm bestimmen. Immer werden sie auch mit kontrastierenden Werken in Beziehung gesetzt.

Das war am Sonntag gleich das Eröffnungsstück, das d-Moll-Quartett von Hugo Wolf. Mit einer Spieldauer von rund 40 Minuten ist es ein groß dimensioniertes Werk, gekennzeichnet von einer stürmischen Leidenschaftlichkeit, die man sicherlich mit dem jugendlichen Alter der Komponisten in Beziehung setzen kann: Wolf war 18 Jahre alt, als er es begann. Das Quartetto Prometeo hat bereits eine CD mit dem gesamten Kammermusikschaffen Wolfs herausgebracht. Diese intensive Beschäftigung zeigte sich an ihrer bis ins kleinste Detail ausgefeilten Wiedergabe dieses Quartetts, wobei – das gilt auch für den Rest des Abends – der überlegte, sparsame Einsatz des Vibratos auffällig war. Nur selten gab es der Leidenschaft geschuldete kleine Trübungen der Intonation.

Gegen die Sturm-und-Drang-Unruhe des Wolf-Quartetts wirkte das heiter-gelassene C-Dur-Quartett von Nino Rota wie eine Entspannungsübung. Rota ist als Komponist konzertanter Musik kaum bekannt geworden – sein Schaffensschwerpunkt liegt in der Filmmusik, die er für Regisseure wie Visconti, Zeffirelli oder Coppola geschrieben hat. Ganz selbstverständlich fließt seine Musik, handwerklich auf hohem Niveau, nirgends flach oder auch effekthascherisch. Ein kultivierter Genuss, vom Quartetto Prometeo mit klanglicher Delikatesse serviert.

Das war die rechte Einstimmung zum meisterlichen Schlussstück des Abends, dem Streichquartett e-Moll von Giuseppe Verdi. Nur einmal artikuliert sich Verdi hier als Opernkomponist: im Trio des Scherzos, in dem das Violoncello eine herrliche Arie singen darf. Ansonsten ist es dichte Kammermusik vom Allerfeinsten. Das war der Glanzpunkt des Abends, für den der Beifall nur so prasselte. Zwei Zugaben.

Von Michael Schäfer

Im nächsten Aulakonzert am Sonntag, 18. Oktober, gastieren in der Aula der Universität, Wilhelmsplatz 1, die Geigerin Rachel Kolly d’Alba und der Pianist Christian Chamorel. Beginn: 19.45 Uhr.

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