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Göttinger DT-Intendant Sidler eröffnet Spielzeit mit Uraufführung

„Homo Empathicus“ Göttinger DT-Intendant Sidler eröffnet Spielzeit mit Uraufführung

Der Homo sapiens sapiens, der besonders weise Mensch,  hat sich fortentwickelt – zum Homo empathicus. Ihn kennzeichnet eine durch und durch entspannte Haltung in einer konfliktfreien Gesellschaft, deren Sprache jedes Wesen und jedes Handeln respektvoll bezeichnet. Alles ist gut geworden.

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Zeigen mit „Homo Empathicus“ eine entspannte Gesellschaft: Kricheldorf und Sidler.

Quelle: Vetter

Göttingen. Ein Blick in die Zukunft ist das Bühnenstück „Homo Empathicus“ von Rebekka Kricheldorf. Erich Sidler, neuer Intendant des Deutschen Theaters, bringt es für die Spielzeiteröffnung 2014 /15 zur Uraufführung.

Beide, Autorin und Regisseur, haben sich an ein Experiment gewagt. Die Idee, die Spielzeit am DT mit einer Uraufführung zu beginnen, verbanden sie mit dem Vorhaben von Sidler, ein Stück für das gesamte Ensemble und für Göttingen zu schaffen. Alle 26 Schauspieler treten auf.

Kricheldorf hat für „Homo Empathicus“ ihr Interesse an theatralen Formen mit dem an gesellschaftlichen Formen verbunden. Die Dramatikerin aus Berlin hat Political Correctness auf alle Lebenslagen projiziert und sich gefragt: „Was passiert, wenn jede menschliche Begegnung gelungen wäre?“

Daraus entstand das Experiment, eine Bühnengeschichte ohne Konflikte und ohne Abhängigkeitsverhältnisse zu schreiben, und für die 39-jährige Autorin die Frage: „Wie lange halte ich das durch?“ Sie hat durchgehalten. Aber ob in der gleichbehandelten Welt des Homo empathicus alles konfliktfrei ist, wird sich zeigen.

Attraktivitätsdifferenzschimäre oder Erdbetter

Denn die Wolke aus Empathie, die Regisseur Sidler (49) an einem schönen Ort darstellt, war in den Proben herausfordernd für alle. Dass der Mitmensch einem  immer näher sein muss als das eigene Ich, erfordere Disziplin, erklärt Sidler.

26 Schauspieler-Persönlichkeiten, die es gewohnt sind, Konflikte darzustellen und  sich Raum zu nehmen, müssen sich zurücknehmen ohne dabei in die Parodie abzurutschen: „Es ist schwer zu spielen, dieses betont Offene von Gefahrlosigkeit und Entspanntheit.“

Das, und die von Kricheldorf eingesetzten Wortschöpfungen wie Attraktivitätsdifferenzschimäre oder Erdbetter, die die gesellschaftliche Empathie betonen, sorgen dann doch für Spannung. Rebekka Kricheldorf sei sehr präzise in der Sprache, so Sidler: „Das merkt der Zuschauer nicht, aber das macht etwas.“ 

Es führt dazu, über Begriffe nachzudenken, über eine Gesellschaft mit einer Sprache ohne Hierarchie, Gewalt, Aggression. „Ich glaube, es passt zu Göttingen“, meint DT-Intendant Sidler.

Uraufführung von „Homo Empathicus“ am Freitag, 3. Oktober, um 19.45 Uhr im Deutschen Theater, Theaterplatz 11, im DT-1. Kartentelefon: 05 51 / 49 69 11
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