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Göttinger Ethnologin zeigt Fotos einer Palästina-Reise

„Ride for Justice" Göttinger Ethnologin zeigt Fotos einer Palästina-Reise

Die Ausstellung „Ride for Justice – Gewaltfreier Widerstand in Palästina“ im Göttinger Künstlerhaus zeigt Dokumentarfotografien der angehenden Ethnologin Anika Machura (Universität Göttingen). Die Aufnahmen sind während einer Palästina-Reise mit dem Freedom Bus Projekt im März 2016 entstanden.

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Göttingen. Machuras Fotos zeigen karge Landschaften, ausdrucksvolle Gesichter, schwerbewaffnete  Militärs, spielende Kinder, zerstörte Städte, Menschen beim Tee kochen. Bereits Ende 2015 hatte sich die Göttinger Studentin beworben, um mit dem Theaterprojekt Freedom Bus ins Westjordanland zu fahren. Das Freedom Theatre aus Jenin versucht seit Jahren Strategien und Möglichkeiten eines gewaltfreien, kulturellen Widerstands zu vermitteln. Machura hat mit ihren Fotografien und Texten dokumentiert, was sie in den 12 Tagen der Reise mit 50 Schauspielern, Künstlern und Journalisten im Westjordanland und in Ost-Jerusalem gesehen hat. 

Es sei schon recht streng vorgegeben gewesen, wen man treffen konnte, berichtet Machura. Trotzdem hätten sich viele Gelegenheiten ergeben mit Hilfe einer Dolmetscherin auch mit Frauen und Kindern zu sprechen. Alle seien sehr herzlich gewesen. „Gerade die Kinder sind sehr zugänglich“, erklärt die Ethnologin. Und oft schon sehr erwachsen.

Auf der Tour gab es Theaterworkshops und diverse Aufführungen. Eine Höhle wurde zu Theaterbühne, eine zerstörte Moschee Schauplatz der Begegnung, ein Theater aus einer Ruine errichtet – die Nutzbarmachung zerstörter Strukturen gehöre zu den vielen Formen gewaltfreien Widerstandes in Palästina. 

Machura widmet sich neben ihrem Ethnologie-Studium seit mehreren Jahren der ethnografischen Fotografie und dem ethnografischen Film. Für ihre Ausstellung im Gewölbekeller des Künstlerhauses wählte sie ein multimediales Konzept. In begleitenden Texten lässt sie die Menschen, die sie getroffen hat, zu Wort kommen. Audio- und Videostationen vermitteln weitere Informationen. Machuka will Raum für Aufklärung und offene Diskussion schaffen und wird weitestgehend selbst vor Ort sein

Explizit künstlerisch haben sich die beiden Berlinerinnen Renata Gaspar und För Künkel dem Thema genähert. Machuka hat sie bei dem Freedom Bus Projekt kennengelernt. Ihre Tagebuch-artige Installation über die Eindrücke der Reise ergänzen die Ausstellung ebenso wie eine Vortragsreihe.

Die Ausstellung ist bis zum 12. Februar Dienstag - Freitag 16 - 18 Uhr und Sonnabend und Sonntag von11 - 16 Uhr  im Künstlerhaus, Gotmarstraße zu sehen.

Vortragsprogramm

  • Donnerstag, 26. Januar 26.01., 20 Uhr: Dr. Shir Hever (Heidelberg), in engl. Sprache
  • Freitag, 27.Januar., 20 Uhr: Dokumentarfilme aus Palästina
  • Donnerstag, 2. Februar, 20 Uhr Vortrag von Prof. Dr. Irene Schneider (Uni Göttingen)
  • Sonnabend, 11. Februar, 20 Uhr: Konzert mit Aeham Ahmad am Klavier (Syrien/Deutschland)
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