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Göttinger Florian Heinke schafft den Sprung zum Musical

Aufnahme an der Academy Göttinger Florian Heinke schafft den Sprung zum Musical

Fototermin, Interview, Aufführung und wieder Fototermin. Florian Heinke ist 18 Jahre alt und wird Musical-Darsteller. Heinke ist einer von zehn Kandidaten, die sich bei der Aufnahmeprüfung der Joop van den Ende Academy für Musical-Darsteller in Hamburg gegen etwa 400 Mitbewerber durchsetzen konnten.

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Am Start seiner Ausbildung: Florian Heinke (rechts) mit einem Mitstudenten.

Quelle: Stage Entertainment

Hamburg/Göttingen. Der junge Göttinger kennt den Trubel eines Künstlerlebens noch nicht. „Da muss ich mich dann wahrscheinlich dran gewöhnen“, sagt er im Weggehen, auf dem Sprung zum nächsten Termin.

 

Heute ist sein erster Auftritt in der Schule im Zentrum der Speicherstadt – die Erstsemester stellen sich vor. Sie haben in drei Tagen eine Choreographie erarbeitet und sind als Jahrgang „zusammen gewachsen“, erklärt Heinke. „Es macht mich stolz, dass wir diese Präsentation ohne Hilfe auf die Beine gestellt haben.“ Belohnt wird das Engagement mit einem tosenden Applaus von Schülern, Ehemaligen und Dozenten.

 

Schon bei dieser kurzen Präsentation auf der kleinen Schul-Bühne wird deutlich, das Musical harte Arbeit ist. Für die Zuschauer ist es in dem durch die Scheinwerfer aufgeheizten Raum bereits warm. Aber die Darsteller rennen über die Bühne, springen, tanzen und singen – ein schweißtreibender Job, für den Heinke sich bereits früh begeistert hat.

 

 

„Als ich zweieinhalb Jahre alt war, haben meine Eltern mit mir im Urlaub auf Fuerteventura das Stück Cats angeschaut – ich neben ihnen im Kinderwagen.“ Für Heinke stand seither fest, dass er einmal Musical-Darsteller werden möchte. Im Deutschen Theater Göttingen hat er erste Bühnenerfahrungen bei den Produktionen West Side Story und Rocky Horror Show gesammelt. Insbesondere die Atmosphäre unter den Künstlern habe ihn nachhaltig beeindruckt. Die Theater-Welt ist für ihn eine ganz besondere. „Hier bin ich mit den Menschen auf Augenhöhe. Wenn ich in der Schule einen Witz gemacht habe, dann hat manchmal keiner gelacht. Im Theater ist das anders.“ Um seinen Traum zu verwirklichen und dauerhaft Teil dieser Welt zu werden, hat er sechs Jahre an der Hip-Hop-Dance-Academy in Göttingen getanzt und fünf Jahre im Schulchor des Otto-Hahn-Gymnasiums gesungen.

 

Zwischen den Abiturprüfungen ist er dann nach Hamburg gefahren, um sich bei der Joop van den Ende Academy vorzustellen. Bei der intensiven Aufnahmeprüfung wird den Bewerbern einiges abverlangt. Die Prüfung umfasst Tanz, Gesang und Theater und geht über drei Tage und mehrere Runden, nach denen die Bewerberzahl immer weiter reduziert wird. Währenddessen habe er manchmal gar nicht mehr dran geglaubt, dass er angenommen werden könnte, denn insbesondere der Ballett-Teil war schwer für den Hip-Hopper. Er hatte sich zwar auch auf diesen klassischen Part vorbereitet, aber seine Stärken liegen vorerst in den anderen Disziplinen.

 

Schließlich hatte er es bis ins Finale geschafft, musste aber ohne Rückmeldung wieder nach Hause fahren. „Die Tage, in denen ich auf einen Anruf gewartet habe, waren die längsten meines Lebens“, beschreibt Heinke. Als das Telefon dann klingelte, war für ihn ein Traum in Erfüllung gegangen.

 

Für die Ausbildung an der Schule hat er ein besonderes Ziel. Zwar gibt es keine spezielle Rolle, die er einmal singen möchte, aber er will sich „die Motivation erhalten und immer wissen, wofür ich das mache“. Denn die drei Jahre an er Schule werden anstrengend. Neun bis zehn Stunden Unterricht am Tag und das sechs Tage die Woche. Aber das Wichtigste für den Jüngsten des neuen Jahrgangs an der Academy ist, sich auch während der harten drei Jahre „den Zauber des Musicals zu bewahren“.

 

In den kommenden drei Jahren begleiten wir Florian Heinke mit Berichten und Reportagen durch seine Ausbildung.

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