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Göttinger Galerie zeigt Photogravuren von Hendrik Faure

Szenen im Schrott Göttinger Galerie zeigt Photogravuren von Hendrik Faure

Motive vom Schrottplatz hat sich der Friedländer Künstler Hendrik Faure für zahlreiche Arbeiten ausgesucht, die derzeit in der Ausstellung „(re)cycling“ in der Göttinger Galerie Art Supplement zu sehen sind.

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Künstler Hendrik Faure (l.)

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Faures Technik ist die im 19. Jahrhundert entwickelte Photogravur, die besonders weiche und zugleich im Detail äußerst präzise Drucke auf Basis von Fotografien entstehen lässt. Das aufwändige Verfahren erlaubt nur rund 15 Abzüge von einer der Kupferplatten, lohnt optisch aber allemal den Aufwand.

Was auf den mittelgroßen Drucken zu sehen ist, sind eigentlich ganz gewöhnliche Szenerien auf einem Schrottplatz. Faure gelingt es aber, Ausschnitte zu wählen, die bestechend schöne Kompositionen aus Schrottstücken verschiedener Materialien und Formen sind. Grobe, massige Metallstücke werden da geradezu romantisch umspielt von Maschenzaun-Stücken.

Überhaupt schafft es Faure durch die Technik der Photogravur, seinen Motiven eine morbide Wärme zu schenken. Manch eine Arbeit entwickelt gar den sanften Charakter eines Aquarells oder einer Kohlezeichnung. Durch den Druck leicht wellig gewordene Papierbögen vermitteln einigen der Arbeiten, ob nun gewollt oder nicht, zusätzlich einen plastischen und lebendigen Effekt.

Den Schrottstücken selbst, die auf ihre Wiederverwendung warten, haftet bereits eine gewisse Zeitlosigkeit an. Hendrik Faure verstärkt diesen Effekt durch die altmodische und gerade dadurch besondere Gravur.

Letztlich scheinen die gezeigten Arbeiten fast wie aus der Zeit gefallen. Sie könnten auch wirklich historische Aufnahmen sein, würden nicht Details der Schrottteile ihr heutiges Entstehen belegen. Ein ästhetisches Spiel mit der Zeit, mit dem Werden, Vergehen und Wiederkehren.

Hendrik Faures Photogravuren sind in der Galerie Art Supplement, Burgstraße 37a, montags bis freitags von 15 bis 18 Uhr sowie sonntags von 11 bis 13 Uhr (bis Freitag, 4. März).

Am Sonnabend, 13. Februar, beginnt um 20 Uhr ein Konzert mit dem Cellisten Ulrich Maiß, der unter anderem zu einem Loop der Aufnahmen Hendrik Faures improvisiert.

Von Isabel Trzeciok

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