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Göttinger Jazzquartett „red:men“ im Kulturclub Apex

"Sweat" Göttinger Jazzquartett „red:men“ im Kulturclub Apex

In den vergangenen Tagen schauten überall in Göttingen vier Grimassen schneidende Männer mit knallroten Köpfen von einem auffälligen Plakat. Ein Hingucker, den das Göttinger Jazzquartett „red:men“ als Ankündigung für ihren Auftritt im Apex nutzte. Das Foto wurde von der Foto AG des Studentenwerks erstellt und bearbeitet.

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„Jazz, Funk and some twisted grooves“ mit „red:men“.

Quelle: Linnhoff

Göttingen. „Sweat“, der Titel ihres Programms wie auch der gerade erschienenen CD, war sprichwörtlich an diesem Abend. Bei 30 Grad Außentemperatur ist es auch im gut gefüllten Veranstaltungsraum des Apex entsprechend warm.

Gründer der Band sind E-Bassist Dieter Klopfenstein und Saxophonist Matthias Waltert. Später kam dann der Schlagzeuger Bastian Findeiß hinzu. Gitarrist und Sänger David Nolte ist seit eineinhalb Jahren dabei. Der Name der Band beruht auf der Vorliebe von Klopfenstein und Waltert für die Musik des amerikanischen Saxophonisten Joshua Redman. Seit dem vergangenen Jahr spielen sie nur noch eigenes Material und haben nach Kurzauftritten beim Jazzfestival und dem KWP-Festival nun im Apex ihren ersten abendfüllenden Set gespielt.

„Jazz, Funk and some twisted grooves“, so haben „red:men“ ihre Musik selbst betitelt. Ein schöner Sopransaxophonlauf von Walter eröffnet das Konzert bevor der Rest der Band einfällt. Funkige Bassanschläge und ein leicht verzerrtes Gitarrensolo runden „Deuterium“ ab, eine Komposition von Klopfenstein, der für alle humoristischen Titel und die mit chemischen Elementen verantwortlich sei, erläutert Nolte. Dieser übernimmt neben zwischenzeitlich lautmalerischen Gesangseinlagen auch die Moderation des Abends. Klopfenstein und Findeiß legen nicht nur das Fundament für die Melodieinstrumente, sondern setzen eigene Akzente über vertrackte Rhythmen und oft sehr funkige Elemente.

Waltert wechselt zwischen Tenor- Alt oder Sopransaxophon. „Twistet straight“ beginnt mit einer schönen Bassline und sparsamer Perkussion. Die Gitarre schleicht sich dezent hinzu, bevor Waltert ein elegisches Tenorsaxophonsolo besteuert. Bass und Gitarre spielen sich dezent entspannt in eine Art Wechselgespräch. Die Musik des Quartetts ist dynamisch, komplex und hat immer wieder spannende Wendungen zu bieten. Im Titelstück „Sweat“ entlockt Nolte seiner Gitarre hallig unterlegte, kurz angespielte Töne zu scheppernder Perkussion. Die Band spielt sich in einen mitreißenden Funkgroove. Das Publikum versucht der Hitze, mit zu Fächern umfunktionierten Flyern zu begegnen. Es wird für sein Kommen mit einem sprichwörtlich schweißtreibend begeisternden Auftritt belohnt.

Von Jörg Linnhoff

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