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Göttinger Künstler in der Stadthalle

Von Gipfel zu Gipfel Göttinger Künstler in der Stadthalle

Seven Up, Die Feisten, L'uke , Jan Forster, Comedy Company: Es waren Namen und Künstler wie diese, die über 1000 Göttinger Kulturbegeisterte am Sonnabend in die Stadthalle zum „Gipfeltreffen“  2016 zogen. Belohnt wurden sie mit einem über dreistündigen Programm, das überraschte, bezauberte und bestens unterhielt.

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Gipfeltreffen in der Göttinger Stadthalle.

Quelle: Heller

Göttingen. Unter der künstlerischen Leitung von Christoph Jess lag der Fokus bei der zweiten Auflage des Gipfeltreffens auf deutschsprachiger Musik und stand ganz im Zeichen heimischer Künstler. Per Wildcard hatte sich die Sängerin Shandra Konzok erfolgreich  beworben, deren musikalischer Werdegang mit Erfolgen bei „Jugend musiziert“ begann. Nun ist sie bereits seit 10 Jahren als Sängerin aktiv und brachte 2011 ihr erstes Album „Ich selbst“ heraus. Ihr selbstkomponierter, von ihr am Klavier begleiteter Song „Benjamin“  passte wunderbar zum musikalischen Motto des Abends – Gipfel erklimmen – auch wenn es in ihrer romantischen Ballade mit komischen Brüchen eher um  andere Höhepunkte ging.

"Ein bisschen Klassik"

Nach solch lustvollem Gesang können das Publikum und auch der charmante Moderator des Abends nur Schmunzeln. Christoph-Mathias Mueller, Chefdirigent des Göttinger Symphonie Orchesters, machte auch in dieser Rolle, ohne sein großes Gefolge, eine gute Figur und freute sich über „ein bisschen Klassik“. Die gab es dann aber nur dem Namen nach.

Mit „Rock me Amadeus“ brachten Karin Reilly (Gesang) und Daniel Adler  (Ukulele) von L’uke eine künstlerisch eindrucksvolle Version des Falco-Hits auf die Bühne, deren Siegeszug mit minimalistischer Detailverliebtheit angetreten wurde und ihr opulentes Finale unter Begleitung der Gipfeltreffenband, Bildshow und einem echten Amadeus mit weißer Haarpracht (Benjamin Stürzenhofecker) fand: Ein Gesamtkunstwerk aus Musik und Schauspiel.

So ein Kunstwerk sind auch  die Darbietungen von „Die Feisten“. Ihre Werke kommen auf leisen Sohlen daher, entfalten aber eine gewaltige Wirkung, vor allem auf die Lachmuskeln. Wenn C (Matthias Zeh) als Knecht seine liebreizende Prinzessin (Rainer Schacht) bezirzt, bleibt kein Auge trocken, auch C bleibt nur, den Lachreiz zu unterdrücken.

Dass die beiden Multiinstrumentalisten mittlerweile in Kassel und Mannheim leben, tut ihrer Kreativität glücklicherweise keinen Abbruch. Man trifft sich eben regelmäßig in der Veckerhagener Einöde, wo dann aus Skurrilitäten des Alltags Lieder wie der „Nusschüssel-Blues“ entstehen.

Ganz schön faszinierend

Mit gewohnt souveränem, selbstarrangierten Satzgesang und den in Göttingen beliebten, bisweilen klamaukigen Einlagen präsentieren sich auch wieder die sechs Sänger von Seven Up, diesmal mit einem Medley aus Krimimusik. Übersinnlich wird es dann mit dem Mentalisten und Magier Jan Forster, der sich einen mutigen Zuschauer auf die Bühne holt und nicht nur dessen Sternzeichen erraten kann, sondern auch Wörter, die Zuschauer zuvor aus einem Buch gewählt haben. Ganz schön faszinierend.

Stimmgewaltige  und energiegeladene Einlagen bot darüber hinaus der „Living Gospel Choir“, und der Sänger und Pianist Michael von Zalejski berührte mit seiner Hommage an den 2014 verstorbenen Ausnahmekünstler Udo Jürgens. Bei „Ich war noch niemals in New York“  wird lauthals mitgesungen.  Ganz leise ist es dagegen beim Nesthäkchen des Abends, der 15jährigen Leona Uhlendorff. Die Schülerin des Otto-Hahn-Gymnasiums sang die Ballade „Liebe meines Lebens“ von Philipp Poisel, und die anfängliche Nervosität verlor sich schnell.

Es blieb der Eindruck einer großen, berührenden Stimme. Musikalisch gab sich an diesem Abend auch die „Comedy Company“ in einer Oster-Spezial –Einlage. Lars Wätzold widmete sich in seiner schlüpfrigen Hard-Rock-Version „Osterglocken, die man nicht gießen muss.“

Ein belebender, erhebender Abend ging gegen Mitternacht zu Ende.  Gipfelstürmend eben.

Von Marie Varela

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