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Göttinger Kulturpreis verliehen

27 Bewerber, sechs Finalisten Göttinger Kulturpreis verliehen

„Amateure spielen Theater“ war das diesjährige Motto beim Kulturpreis des Landkreises Göttingen. Dieser wurde am Sonntag verliehen und offensichtlich hatten es die Bewerber der Jury dieses Jahr besonders schwer gemacht.

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JT-Ausreißerclub mit "Von Träumen und anderen Ängsten"

Quelle: Peter Heller

Göttingen. „Kann man diese tollen Darbietungen überhaupt einteilen?“ fragte Reinhild Otterbein, Vorsitzende des Göttinger Kreis-Kulturausschusses, die Zuschauer kurz vor Ende der Preisverleihung im fast ausverkauften Jungen Theater. Zuvor hatten die besten sechs von insgesamt 27 Bewerbern dem Publikum kurze Ausschnitte ihrer Stücke präsentiert und so einen Einblick in die Vielschichtigkeit der regionalen Theaterlandschaft geboten.

Schon in der Kategorie „Kinder“ waren zwei Stücke nominiert, die kaum unterschiedlicher sein konnten: Die „Schukis“ vom paritätischen Kindergarten Grone führten klassisch „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ auf. Die Theatergruppe der Brüder-Grimm-Schule zeigte hingegen „Verstehen nicht verstehen“ - ein Stück über den Umgang von Menschen miteinander. Einschließlich Robotertanz, Ballett und eingespielten Videos.

Auch die Stücke der Jugendlichen waren kontrastreich: Beim dialog-lastigen „Von Träumen und Ängsten“ setzte sich der „JT-Ausreisserclub“ mit Erwartungshaltungen an junge Menschen auseinander. Ein Kurs des Theodor-Heuss-Gymnasiums nahm sich des Büchner-Stücks „Leonce und Lena“ an, das die Jung-Schauspieler mit vielen Tanzeinlagen auf die Bühne brachten.

Wie ein Kammerspiel mit zu vielen Schauspielern mutete die erste Nominierung der Erwachsenen an: „Wenn der Hahn kräht“ der Landolfshäuser Theatergruppe rollte auf, was auf dem Land in einer durchzechten Nacht passiert sein könnte - samt falscher Verdächtigungen, Liebesaffären und einem arg verletzten Dorfschneider. Den Kontrast bildete „Momo“, aufgeführt vom Spielkreis Theater der evangelisch-reformierten Gemeinde Göttingen. Frei nach Michael Ende ging es dabei um den Kampf gegen die Grauen Herren.

Angesichts „so unterschiedlicher Ansätze und Interpretationen“ habe sich die Jury nicht entscheiden können, bekannte am Ende Otterbein. Sie und die anderen Jury-Mitglieder aus dem Kulturausschuss und den drei Göttinger Theatern wählten deshalb den Kompromiss: „Zum ersten Mal gibt es in jeder Kategorie nur erste Plätze“, erklärte sie. Dank der Sparkassen Göttingen, Duderstadt und Hann. Münden können sich die „Kinder“ nun über je 500 Euro für die Gruppenkasse freuen, die „Jugendlichen“ über je 800 Euro und die „Erwachsenen“ über je 1250 Euro.

„Kulturelle Potentiale“

Seit 1990 verleiht der Landkreis Göttingen alle zwei Jahre den Kulturpreis in unterschiedlichen Kategorien. „Wir wollten zeigen, welche kulturellen Potentiale es im Landkreis gibt“, sagt Landrat Bernhard Reuter dazu. Auch nach der Kreisfusion soll es weitergehen: „Ich bin mir sicher, dass es im neuen Kreistag dazu einen Konsens gibt“, so Reuter.

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