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Göttinger Kultursommer: Kabarettist Ebert im Deutschen Theater

Glücksfall im Planetenlotto Göttinger Kultursommer: Kabarettist Ebert im Deutschen Theater

Vom Urknall über Darmbakterien bis zum Ehealltag: Zum Auftakt des Göttinger Kultursommers hat sich der Wissenschaftskabarettist Vince Ebert in seinem Programm „Evolution“ am Sonnabend im ausverkauften Deutschen Theater auf die Suche nach dem Geheimnis des Lebens begeben.

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„Der dritte deutsche Physiker, der sein Geld im Bereich Kabarett und Comedy verdient“: Vince Ebert.

Quelle: Heller

Göttingen. Ebert kleckert nicht, er klotzt. Um die Evolution verstehen zu können, geht es zunächst ganze 13,8 Milliarden Jahren zurück.

Und um die Stimmung vor dem Urknall zu vergegenwärtigen, geht auch noch das Licht aus. „Es war öde, einsam und pechschwarz, wie Brandenburg bei Nacht.“     Relativitätstheorie, Kosmologie, ein Urknall, der ohne Materie gar nicht geknallt haben kann, und der Berliner Flughafen.

Der 47-jährige Diplom-Physiker, „nach Angela Merkel und Oskar Lafontaine der dritte deutsche Physiker, der sein Geld im Bereich Kabarett und Comedy verdient“, holt naturwissenschaftlich fundiert erst einmal richtig aus, um sich dann der Biologie des irdischen Seins zu widmen. „Die Erde ist ein echter Glücksfall im Planetenlotto. Das menschliche Leben ein unfassbarer Zufall.“

Zwischen DNA-Strukturen, Darwins Evolutionstheorie und Bakterien, die im Gegensatz zu Pandabären mit einer „unfassbaren Vermehrungsrate“ punkten, kommt Ebert zur „schönsten Nebensache der Welt“. Mal witzig und respektlos, mal faktenorientiert und mitunter auch sehr anschaulich, widmet sich der Odenwälder der Frage, warum die Natur den Sex erfunden hat.

Unter anderem, so eine Theorie, weil es gesund ist und als effiziente Strategie gegen Parasitenbefall dient. Nun denn, wo die Natur innenarchitektonisch „die Abwasserleitung mitten durchs Vergnügungsviertel“ legt, kann man bei der Reproduktionsmethodik wohl kaum einen  schöpferischen Plan erwarten.

Neben Kosmologie und Biologie beleuchtet der Kabarettist, der seit 2013 die ARD-Fernsehsendung „Wissen vor 8 – Werkstatt“ moderiert, auch noch die kulturelle Seite der Evolution des Homo sapiens, der als anpassungsfähiger Opportunist eine erfolgreiche Karriere hingelegt hat. Ebert bietet eine pointenreiche Mischung aus Unterhaltung und Wissen im Stile des Infotainments.

Er vermittelt wissenschaftliche Zusammenhänge und kommt mit absurden Vergleichen, bissigen Seitenhieben, rustikalen Schlussfolgerungen und mitunter philosophisch anmutenden Aussagen daher. So sei das Sterben für die Evolution zwingend notwendig. „Die Angst vor dem Tod ist wahrscheinlich der Grund für Religionen.“

Ausführlich verweist Ebert auf seine Bücher, CDs und den Merchandising-Stand. Auf eine Zugabe verzichtet er allerdings, trotz großen Beifalls.

Von Karola Hoffmann

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