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Terrorist auf dem Moped

Göttinger Literaturherbst Terrorist auf dem Moped

Leon de Winter hat beim Literaturherbst im Deutschen Theater gar nicht viel gelesen aus seinem Buch „Geronimo“. Dafür umso mehr erzählt. Und das kann der Niederländer wirklich gut. In dem Roman geht es um die US-amerikanische Strafaktion gegen Osama Bin Laden - und um de Winters Sicht auf das Geschehen.

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Leon de Winter: „Jetzt glaube ich wirklich an meine Version.“

Quelle: Peter Heller

Göttingen. Ein amerikanischer Agent habe ihn auf die Idee zu dem Buch gebracht, sagt der Schriftsteller, der Stammgast bei dem Göttinger Lesefestival ist. Bei einem Essen habe man über den Einsatz der Spezialkräfte gegen den Terroristen Osama Bin Laden gesprochen, sein Tischgegenüber habe gemeint, er, de Winter, sei naiv: „Sie glauben die offizielle Version?“ De Winter: „Ich dachte wirklich, dass die amerikanische Regierung uns immer die Wahrheit sagt.“

Das Buch:

Leon de Winter: „Geronimo“, Diogenes, 448 Seiten, 24 Euro.

Zwei Jahre habe er anschließend recherchiert und dann das Buch geschrieben, in dem er Bin Laden mit einem Moped nachts durch die Straßen knattern lässt, um Süßigkeiten für eine seine drei Frauen zu besorgen und für sich Zigaretten. „War er auch zu Hause ein Terrorist?“ Eine Frage, die de Winter in dem Roman beantwortet - aus seiner Sicht. Und Präsident Barack Obama bekommt von de Winter die Chance, das zu sagen, was er nach der Militär-Operation wirklich sagen wollte - wie de Winter es vermutet.

Über die Erfinder von Codenamen wie „Geronimo“ - das Wort, dass die Gefangennahme Bin Ladens ins Weiße Haus melden sollte - und „Neptun’s Spear“, wie die Dienste die komplette Aktion nannten, amüsierte sich der Autor: „Wer macht so etwas als Job? Ich will das auch machen.“ Und kündigte eine Recherchetour dazu an: „Ich gehe da hin. Das verspreche ich jetzt in Göttingen.“

Wie schon mehrfach erwies sich de Winter auch diesmal wieder als charmanter Unterhalter mit viel schauspielerischem Lesetalent. Und am Ende bekannte er lachend: „Jetzt glaube ich wirklich meine eigene Version.“ pek

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