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Kleine Riesen

Göttinger Literaturherbst: „Der Superorganismus“ Kleine Riesen

Ameisen, Bienen und Wespen haben riesige, komplexe Gemeinschaften ausgebildet. Die Biologen Bert Hölldobler und Edward Wilson haben in der „Der Superorganismus“ einen umfassenden und fachkundigen Blick in diese verborgene Welt geworfen. Hölldobler stellt das Buch beim Göttinger Literaturherbst vor.

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Quelle: dpa

Superorganismen zeichnen sich dadurch aus, dass ihre Mitglieder durch spezialisierte Arbeitsteilung und ein umfassende Kommunikationssystem zusammen gehalten werden. Landwirtschaft ist dabei ein wichtiger Schlüssel – nicht nur zur Entwicklung der komplexen menschlichen Gemeinschaften, sondern auch bei einigen Insekten-Superorganismen. Blattschneiderameisen etwa züchten in ihren Bauten Pilze. Auch Honigtöpfe, die Vorratsspeicher einer bestimmten Ameisenart, sind ein Beispiel. Breiter bekannt dürfte die tanzbasierte Kommunikation der Honigbienen als Superorganismus-Charakteristikum sein.

Was einen Superorganismus ausmacht und warum sich das zunächst uneigennützig erscheinende Verhalten von Mitgliedern einer Gemeinschaft evolutionär sehr wohl lohnt, zeigen die Autoren in ihrem umfangreichen Überblickswerk. Das ist wissenschaftlich fundiert und doch für Laien verständlich. Faszinierende Fotografien illustrieren typisches Verhalten und kennzeichnende Gruppenkonstellationen.

Kleine Riesen sind die Insekten durch ihre Organisation in Superorganismen. Da lohnt ein etwas intensiverer Blick nicht nur in Hölldoblers Buch sondern auch auf den Waldboden beim nächsten Spaziergang.

Bert Hölldobler und Edward Wilson, Der Superorganismus, Springer Spektrum Verlag (Berlin/Heidelberg), 2010 (Nachdruck 2015), 39,99 EUR.

Hölldobler stellt sein Buch beim Göttinger Literaturherbst am Sonnabend, 22. Oktober, um 19 Uhr in der Paulinerkirche, Papendiek 14, vor.

Von Isabel Trzeciok

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