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„Deutschland à la française“

Göttinger Literaturherbst „Deutschland à la française“

Die Französin Pascale Hugues ist Deutschland-Korrespondentin: Ihre Erkenntnisse über Deutschland und Frankreich hat sie in ihrem Buch „Deutschland à la française“ beschrieben. Daraus liest die Autorin und Journalistin beim Göttinger Literaturherbst am Montag, 16. Oktober.

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Die Autorin und Journalistin Pascale Hugues.

Quelle: r

Göttingen. Pascale Hugues ist Deutschland-Korrespondentin für verschiedene französische Zeitungen. Als gebürtige Elsässerin ist ihr die Sensibilität für kulturelle und mentale Unterschiede zwischen Deutschland und Frankreich quasi in die Wiege gelegt. Wohl deswegen kann sie bei den Nachbarn die kleinen mal liebenswerten, mal merkwürdigen Besonderheiten der jeweils anderen so amüsant und informativ erklären wie sie es in ihrem neuen Buch „Deutschland à la française“, das sie beim Göttinger Literaturherbst vorstellen wird, macht.

Es sind die großen Gesten, die Sprache, aber auch die scheinbaren Kleinigkeiten des Alltags, in denen Hugues stöbert und ihre pointierten Geschichten entdeckt: Eine Feldstudie zum Thema „Grillen in öffentlichen Parks“, voller Körpereinsatz bei der Recherche zwischen deutscher FKK-Kultur und der Erotik des vielversprechenden Verhüllens in Frankreich. Und dann ist da natürlich noch die Frage, wohin mit dem Joghurtbecher bei der Mülltrennung? Ein Thema, bei dem, wie Hugues in ihren ersten Jahren in Deutschland schnell feststellen musste, der Spaß ganz schnell aufhören kann.

Tickets für Literaturherbst-Lesungen

Das Tageblatt verlost Tickets für Lesungen beim 26. Göttinger Literaturherbst vom 13. bis 22. Oktober in Göttingen und in Südniedersachsen. Die Lesungen von Mareike Krügel am 13. Oktober, von Sophia Kennedy am 14. Oktober, von Philippe Djian am 15. Oktober und von Jana Hensel und Tanguy Viel (beide am 16. Oktober) wurden ausgewählt. Jeder erfolgreiche Teilnehmer der Verlosung (Rechtsweg ausgeschlossen) erhält zwei Tickets für eine Lesung vom Göttinger Literaturherbst. Wer teilnehmen möchte, ruft bitte am Freitag, 6. Oktober, in der Zeit von 8 bis 20 Uhr unter Telefon 01 37 / 86 00 273 an und nennt deutlich seinen Namen, seine Adresse und Telefonnummer (0,50 Euro pro Anruf aus dem deutschen Festnetz, Preise aus dem Mobilfunknetz können abweichen). Die Gewinner werden benachrichtigt.

Manches steht sich in Hugues kleinen Geschichten fast klischeehaft gegenüber: Das geheimnisumwitterte Luxus-Restaurant des französischen Senats, in das Hugues trotz aller Bemühungen nicht mal einen kurzen Blick werfen durfte, und die Cafeteria des deutschen Bundesrates. Für die erhält Hugues problemlos Zutritt. Der Vergleich wird fast zur Karikatur wie Hugues selbst feststellt und offenbart doch in seiner Überspitzung Typisches für die jeweilige Kultur der beiden Länder. Der Kulturschock beim gegenseitigen Besuch der Senatoren und Bundesratsmitglieder fällt dann aber alles andere als problematisch aus – wer tägliche Sterneküche gewohnt ist, für den ist gerade Currywurst eben doch etwas Exotisches mit dem Haben-wollen-Faktor.

Das mysteriöse „Schaffen-Gen“

Gut also, dass es all diese Unterschiede gibt, sonst wäre es doch schnell langweilig in Europa. Der Blick der Französin auf ihre „Adoptivheimat“ Deutschland zeigt, wie Menschen gerade die Unterschiede faszinieren. Manches scheint uns bei den jeweiligen Nachbarn kurios bis unverständlich und wohl gerade deswegen ein Stück weit erstrebenswert: Franzosen das „modèle allemand“ und das mysteriöse „Schaffen-Gen“, Deutschen der entspannte Genuss von Macarons über Louboutins bis Austern zum Mittagsimbiss – und das ohne schlechtes Gewissen im Nacken. „Noch immer ist Deutschland nicht meine richtige Heimat“, stellt Hugues fest. Und doch „driftet Frankreich weg“. Dazwischen liegen eine sehr große Portion Neugier, ein geschärfter Blick und die Chance, von beiden Kulturen das Beste zu kombinieren. In diese Chance bindet Hugues ihre Leserschaft mit ihren witzigen, hintersinnigen und überraschenden Texten über „Deutschland à la française“ ganz nonchalant mit ein.

Pascale Hugues stellt ihr Buch beim Göttinger Literaturherbst am Montag, 16. Oktober, um 19 Uhr im Rahmen des Abends der französischen Literatur im Apex Kulturzentrum / Literaturcafé, Burgstr. 46, vor. Kombitickets für den Abend der französischen Literatur sind im Vorverkauf für 15 Euro erhältlich in den Tageblatt-Geschäftsstellen sowie unter tickets.goettinger-tageblatt.de

Pascale Hugues: „Deutschland à la française“. Rowohlt Verlag, 208 Seiten, 19,95 Euro; eBook: 16,99 Euro.

Von Isabel Trzeciok

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