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Manchmal seltsam kühl

"Lettipark" von Judith Hermann Manchmal seltsam kühl

Begegnungen, Liebe, Schuld: 17 Erzählungen enthält „Lettipark“, das neue Buch von Judith Hermann. In kurzen Momentaufnahmen versucht sie darin, das Leben ihrer Protagonisten einzufangen.

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Bei den Kritikern umstritten: die Schriftstellerin Judith Hermann.

Quelle: Gerster

Göttingen. Es sind keine spektakulären Szenen, die Hermann entwirft. Sie wählt kleine Alltagsmomente, um die Entwicklung eines Lebens aufzuzeigen. Da muss die alleinerziehende Mutter Tess zum Vorstellungsgespräch, die beiden kleinen Söhne sind krank. Ein Freund kommt und passt auf sie auf. Später lassen alle vier Papierflieger fliegen. Im richtigen Moment loslassen und segeln. Tess sagt, sie würde ihr Leben gern neu zusammensetzen. Für eine andere Frau hat sich der Traum von einer immer währenden Beziehung aufgelöst. Während des Gesprächs mit Freunden gibt es ein Feuer im Hof. Selbstentzündende Pappelsamen brennen. ­Maude und die alte Dame Greta leben in einer Wohngemeinschaft. Greta erzählt von einer Italienreise und einem tragischen Badeunfall.

Info

Judith Hermann, Lettipark, Fischer Verlag, 192 Seiten, 18,99 Euro.

Hermann kann das meisterhaft: mit wenigen, sorgfältig gewählten Worten Szenerien, Gefühlswelten entstehen lassen. Ihr Erzählstil erzeugt einen Sog und doch sind ihre Erzählungen  manchmal seltsam kühl und wenig berührend.

Bekannt wurde Hermann 1998 mit ihrem Debütband „Sommerhaus, später“. Sie wurde gefeiert als Stimme ihrer Generation. Es folgten die Bände „Nichts als Gespenster“ und „Alice“. Minimalismus, der Stimmungen schafft und Leerstellen lässt, das ist Hermanns Stil, für den sie entweder gelobt wird oder herb kritisiert. Spätestens seit ihrem ersten Roman „Aller Liebe Anfang“, der 2014 erschien, streiten sich die Kritiker, ob ihre Prosa meisterhafte Verknappung ist, oder einfach nichtssagend. Gibt es deswegen so wenig zu sehen, weil nicht mehr da ist?

Termin

Die Autorin liest aus ihren Erzählungen beim Göttinger Literaturherbst am Freitag, 28. Oktober, um 21 Uhr im Alten Rathaus. Karten gibt es in den Tageblatt-Geschäftsstellen, Weender Straße 44 in Göttingen und Marktstraße 9 in Duderstadt.

Ihre Generation – jetzt sind es die Mittvierziger – taucht  in jedem Buch auf. Oft stehen ihre Figuren etwas verwundert in ihrem Leben und fragen sich: Das soll es ein? Sie sind geprägt von einer Sehnsucht nach einem anderen Ort, einem erfüllteren Leben. In „Aller Liebe Anfang“ heißt es, da müsse doch mehr sein. Doch es passiert nichts. „Aber auch dieser Gedanke hat keine Beständigkeit, und sie verwirft ihn wieder“, heißt es in der Erzählung „Pappelpollen“.

Vielleicht ist es das, was an ihren Geschichten irritierend ist. All diese Sehnsucht, diese Suche, aber es kommt nicht viel dabei heraus. Kein großer Aufbruch, keine Veränderungen. Es kann auch eine unbequeme Erkenntnis sein, sich da wiederzufinden.

Wilde Kerle: Tickets zu gewinnen

Jimi Blue Ochsenknecht, Sohn von Schauspieler Uwe Ochsenknecht, ist schon in jungen Jahren in die Fußstapfen seines Vaters getreten. Bekannt wurde Jimi Blue als Leon. In fünf Filmen der „Wilde Kerle“-Reihe spielte er den Anführer der Gang, die sich gegen feindliche Banden behaupten musste. Am Dienstag, 25. Oktober, ist Jimi Blue beim Literaturherbst zu Gast. Ab 19 Uhr liest er im Alten Rathaus, Markt 9, aus den Büchern der „Wilden Kerle“. Fünf Tageblatt-Leser mit Begleitung können kostenlos dabei sein. Wer Tickets gewinnen möchte, muss am Mittwoch, 5. Oktober, zwischen 17 und 22 Uhr unter Telefon 01 37 / 8 60 02 73 anrufen und deutlich seinen Namen, Anschrift und Telefonnummer auf Band sprechen (0,50 Euro pro Minute aus dem deutschen Festnetz, Preise aus dem Mobilfunknetz können abweichen). Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden benachrichtigt.       pek

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