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Nick und die Frauen

Göttinger Literaturherbst Nick und die Frauen

Philip Tägert ist Berliner. Er nennt sich Fil und ist Komödiant, Musiker, Zeichner – und eben Autor. „Mitarbeiter des Monats“ heißt sein jüngster Roman, der im Berlin der 80er-Jahre spielt. Beim Göttinger Literaturherbst wird er ihn vorstellen.

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Komödiant, Musiker, Comiczeichner und Autor: Philip Tägert, genannt Fil.

Quelle: Wulff

Göttingen. Braucht die Welt ein solches Buch, ein weiteres über diese Zeit in Berlin, in der der Westteil eine Insel war und der Osten ein großes Gefängnis? Herr Lehmann hat sich in Berlin schon getummelt und der Autor des gleichnamigen Romans, der Musiker und dann eben auch Schriftsteller Sven Regener ordentlich verdient am Bücherverkauf und der Vergabe der Filmrechte. Auch  Tägert, Jahrgang 1966, ist Musiker, irgendwie, Denn eigentlich ist Tägert alles. Er studierte Bildende Kunst bis zum Abbruch. Er war tatsächlich Frontmann einer Punkband. Als Zehnjähriger soll er den Schreibwettbewerb einer Berliner Tageszeitung gewonnen und als 14-Jähriger seinen ersten Comic in einem Stadtmagazin veröffentlicht haben. Darüber hinaus bestreitet er jährlich 100 Vorstellungen als komödiantischer Entertainer mit viel Musik auf der Bühne. Und „Mitarbeiter des Monats“, so heißt es, sei der zweite Teil seiner Memoiren.

Info

Fil Tägert: „Mitarbeiter des Monats“, Rowohlt, 304 Seiten, 19.95 Euro.

Diesen zweiten Teil erzählt der Autor ziemlich konventionell. Wer damals dabei war in den 80ern in Berlin wird sich erinnert fühlen an diese Stimmung zwischen coolem Großstadtflair und Inselkoller der Bundeswehrflüchtlinge, der Kreativen und der wenigen Restberliner, die man noch traf. Hier gingen Aufbruch und Stagnation Hand in Hand am Landwehrkanal spazieren.

Hier tummeln sich Nick und seine Freunde. Alle trinken viel, rauchen wie die Schlote und versuchen sich als Lebenskünstler. Nick brät Burger gegen Geld, das Bier und die Wohnung wollen bezahlt sein. Oma schießt noch etwas dazu, dann geht das schon. Probleme machen nur die Frauen. In dieser Beziehung läuft es arg unrund für Fil. Die schönste Frau der Welt lässt ihn zappeln, die nächste irgendwie auch. Mit dem Nacktmodell aus dem Zeichenkurs der Volkshochschule will es ebenfalls nicht so recht klappen. Und dann hat Nick die Idee für diesen Zaubertrick. 32 Kartenspiele braucht er dafür, aber 27 müssen letztlich reichen. Nick der Magier.

Lesung

Der Autor stellt das Buch am Mittwoch, 26. Oktober, um 19 Uhr im Alten Rathaus vor. Karten gibt es in den Tageblatt-Geschäftsstellen, Weender Straße 44 in Göttingen und Marktstraße 9 in Duderstadt.

Lauwarm plätschert die Geschichte durch Berlin. Viele Figuren tauchen auf und wieder ab, und am Ende geht es gut aus. Zumindest vorübergehend. Kein Buch, das man unbedingt braucht.

Der Schriftsteller Max Goldt, Träger des Satirepreises „Göttinger Elch“, schätzt Fil offenbar sehr. Er würde Fil gerne als Preisträger begrüßen, hatte er in einem Interview gesagt.

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