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Göttinger Maler Stein wäre Sonnabend 100 Jahre alt geworden

Gesuchter Porträtmaler Göttinger Maler Stein wäre Sonnabend 100 Jahre alt geworden

Vor 100 Jahren, am 29. August 1915, wurde der Maler Gottfried Stein in Göttingen geboren. Vor allem als Porträtkünstler ist Stein hervorgetreten, darüber hinaus waren Landschaften, Blumen und Stillleben seine bevorzugten Motive.

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Aufgenommen 1995: Gottfried Stein

Quelle: Beuermann

Göttingen. Sein Vater Bruno Stein war Chordirigent in Potsdam. Schon als Kind begann Gottfried Stein zu malen.

„Er war ein Besessener von Jugend an“ hat seine Witwe Ursula Stein, die heute hochbetagt im Stift am Klausberg lebt, einmal erzählt und dazu ein Bild eines Vogels im Kirschbaum gezeigt, das Stein 1926 als Elfjähriger datiert hat.

Sein Studium begann er 1932 an der Werkkunstschule Kassel und setzte es von 1935 bis 1937 an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin-Charlottenburg fort, wo er Meisterschüler in der Porträtklasse bei Otto von Kursell wurde. Von 1939 an leistete er Kriegsdienst und war dann bis 1946 Kriegsgefangener in Frankreich. Dort lernte er den Maler Dietz Edzard kennen, einen Schüler von Max Beckmann, der großen Einfluss auf Stein ausübte.

Nach der Kriegsgefangenschaft kehrte er nach Göttingen zurück, wo er bald ein gesuchter Porträtmaler wurde, auch über die Grenzen seiner Geburtsstadt hinaus. Viermal hat Stein den Nobelpreisträger Otto Hahn porträtiert, eines dieser Bilder hängt heute im Berliner Abgeordnetenhaus zwei Plätze neben Bundeskanzler Konrad Adenauer.

Zu den weiteren von Stein porträtierten Persönlichkeiten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gehören unter anderem Prinz Louis Ferdinand von Preußen, der frühere Bundespräsident Richard von Weizsäcker, mehr als 30 Göttinger Professoren, die Theologen Hanns Lilje, Horst Hirschler und Eduard Lohse, der frühere niedersächsische Ministerpräsident Georg Diederichs, der Potsdamer Gärtner und Gartenphilosoph Karl Foerster, am Deutschen Theater in Göttingern der Intendant Günter Fleckenstein sowie die Schauspieler Bernhard Minetti und Eberhard Müller-Elmau, der Göttinger Verleger Günther Ruprecht sowie der Ingenieur Walther Bruch, der als Erfinder des PAL-Systems zu den Pionieren des Farbfernsehens gehörte.

Steins besondere Liebe galt neben dem Porträt den Landschaften seiner Göttinger Heimat, vor allem aber den Blumen. In diesen Bildern hat er seinen hoch entwickelten Sinn für expressive Farbigkeit besonders deutlich bewiesen.

Am 15. März 1999 ist Stein im Alter von 83 Jahren gestorben. Als seine Witwe 2011 aus dem Haus in der Dahlmannstraße, dem jahrzehntelangen Wohnsitz des Ehepaares, ins Stift am Klausberg übersiedelte, hat sie viele Erinnerungsstücke an das Potsdam-Museum übergeben. Aus Anlass des 100. Geburtstags von Gottfried Stein wird eine Ausstellung vorbereitet, die am 23. November, dem 98. Geburtstag von Ursula Stein, im Stift am Klausberg eröffnet werden soll.

Von Michael Schäfer

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