Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 7 ° Sprühregen

Navigation:
Göttinger Musikerin Uta Mittler erhält Verdienstkreuz

Leidenschaft wecken für Musik Göttinger Musikerin Uta Mittler erhält Verdienstkreuz

Weil sie sich „besondere Verdienste um die Förderung hochbegabter junger Musikerinnen und Musiker erworben“ hat, wird die Göttinger Musikerin Uta Mittler mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Voriger Artikel
Kunstwerke des Monats Dezember: Diebe in der Ausstellung
Nächster Artikel
Band Kapelle Petra sorgt für Spaß im Göttinger Live-Club Exil

Fördert musikalische Begabungen: die Göttinger Flötistin Uta Mittler.

Quelle: EL

Bovenden. Am Freitag, 5. Dezember, dem Tag des Ehrenamtes, wird sie die Ehrung zusammen mit weiteren 25 ehrenamtlich Tätigen aus ganz Deutschland in Berlin aus der Hand des Bundespräsidenten Joachim Gauck erhalten.

Im Jahr 2006 hat Uta Mittler die „Stiftung Jugend musiziert Niedersachsen“ gegründet. Diese Stiftung unterstützt musikalische Spitzenbegabungen aus Niedersachsen, die sich durch erfolgreiches Abschneiden beim Landes- und Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ ausgezeichnet haben.

„Ich dachte, ich gründe diese Stiftung, und dann ist es gut“, erzählt Mittler über die erste Phase ihrer Arbeit. „Aber dann musste ich wirklich schuften.“ Seit Anbeginn ist sie Geschäftsführerin der Stiftung: „Das Amt ist an mir hängengeblieben.“ 2014 hat sie Fördermittel von 29 000 Euro verteilen können.

„Dafür braucht man eigentlich zweieinhalb Millionen Euro Stiftungskapital – wir haben nur 100 000 Euro“, erklärt sie und appelliert nachdrücklich, ihr Projekt mit weiteren Spenden und Zustiftungen zu unterstützen. Die aktuelle Fördersumme sei vor allem aus den Spenden zusammengekommen. In Zeiten extrem niedriger Zinsen wirft das Stiftungskapital einen ausgesprochen geringen Ertrag ab. „Meine Ehrung hat dann einen Sinn, wenn durch sie die Stiftung bekannter wird und mehr Unterstützung erhält.“

„Breitenförderung habe ich mein Leben lang betrieben“

Vorrangig werden jugendliche Musiker gefördert, die gemeinsam Kammermusik machen wollen und denen beispielsweise hohe Fahrtkosten entstehen, bei denen Eltern an ihre finanziellen Grenzen stoßen. Dazu schüttet die Stiftung an hochbegabte junge Musiker einjährige Förderstipendien aus, bei denen auch die soziale Komponente eine Rolle spielt. In diesem Jahr hat erstmals ein junger Popmusiker ein solches Stipendium erhalten.

Darüber hinaus hat Mittler eine besondere Förderung Neuer Musik initiiert: das Projekt „Epoche f“, bei dem junge Musiker an Meisterkursen mit Dozenten des Ensemble Modern teilnehmen und mit ihnen in einem Konzert auftreten. Inzwischen sind an diesem Projekt, das von der Litfin-Stiftung unterstützt wird, auch junge Musiker aus dem Ausland beteiligt, in diesem Jahr zwei Schlagzeuger aus Portugal und ein Klarinettist aus Serbien.

Mittler studierte Flöte an der Freiburger Musikhochschule, hat konzertiert und viel unterrichtet, wobei sie immer für kammermusikalisches Zusammenspiel gesorgt hat. Unter anderem hat sie sich auch für musikalische Breitenförderung an Schulen eingesetzt, indem sie die Gründung von Bläser- und Streicherklassen anregte. „Breitenförderung habe ich mein Leben lang betrieben.“

Das Interesse für Musik wurde früh bei ihr geweckt. Sie stammt aus einer musikalischen Familie. Der Vater war Architekt und begeisterter Klavierspieler. Lächelnd erzählt sie: „Ich bin, als Baby unter dem Flügel kriechend, mit Brahms-Walzern aufgewachsen.“

Von Michael Schäfer

Weitere Infos im Netz unter stiftung-jugend-musiziert-niedersachsen.de
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Milchbar im Nörgelbuff