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Göttinger Musikfreunde geben Konzert

Orchester Göttinger Musikfreunde geben Konzert

Vor der Pause französisch, nach der Pause russisch – und alles hochromantisch: So hatte Dirigent Johannes Moesus das Programm des Konzerts mit dem Orchester Göttinger Musikfreunde (OGM) am Sonnabend konzipiert. Die Pauluskirche war nahezu voll besetzt.

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Quelle: Heller

Göttingen. Mit der Pavane von Fauré stimmte das OGM die Zuhörer ein, wobei ein wenig mehr Zartheit im Ton dem Stück gut getan hätte. Das leidenschaftliche Cellokonzert Nr. 1 von Saint-Saëns bildete dazu einen scharfen Kontrast. Mit viel Temperament gestaltete Lucile Chaubard ihren Solopart, ein Feuer, das im Orchester nicht ganz so hell loderte. Kleine Unschärfen im Zusammenwirken zwischen Solo und Tutti dürften der problematischen Akustik der Kirche geschuldet sein: Bisweilen waren die Mittelstimmen nur undeutlich zu vernehmen, hier und da traten unfreiwillig Nebenstimmen hervor, deren Töne im Raum wohl zufällig verstärkt wurden. Nichtsdestoweniger entzündete das Feuer durchaus die Begeisterung der Zuhörer, die Solistin und Orchester mit reichem Beifall bedachten.

 

Die Ouvertüre über russische Themen, ein Frühwerk von Rimskij-Korsakow, eröffnete den slawischen Teil des Abends mit einer Fülle schöner volkstümlicher Melodien und hier und da auch mit tänzerischem Schwung. Die Melancholie, einem Vorurteil zufolge ein Merkmal slawischer Musik, nahm in Tschaikowskys „Pezzo capriccioso“ für Violoncello und Orchester breiten Raum ein. Hier konnte die Solistin noch einmal die Schönheit ihres singenden Tons eindrucksvoll vorführen, auch wenn sie die Intonation bisweilen etwas großzügig handhabte.

 

Mit zwei Tanz-Schlagern aus Tschaikowskys Oper „Eugen Onegin“ ging der Abend zu Ende, der Polonäse und dem Walzer, sehr festlich im Ton, manchmal vielleicht etwas roh im Forte, sodass es dem Klang an Eleganz fehlte. Dennoch konnte diese Musik ihre Wirkung nicht verfehlen: lautstarker Applaus und die Wiederholung des Walzer-Schlusses als Zugabe.

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