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Göttinger St. Petri-Chor feiert 30-jähriges Bestehen

Harte Nuss zum Geburtstag Göttinger St. Petri-Chor feiert 30-jähriges Bestehen

Mit 30 Jahren ist man aus dem Gröbsten heraus. Man blickt schon auf einige Lebenserfahrung zurück. Das gilt auch für den St.-Petri-Chor Weende, der am Wochenende sein 30-jähriges Bestehen mit zwei anspruchsvollen Konzerten feierte.

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In der Nikolaikirche: Das zweite Konzert zum 30. Geburtstag des Petri-Chores.

Quelle: Heller

Göttingen. Am Sonnabend in der heimatlichen Weender Kirche, am Sonntag in der Göttinger Nikolaikirche. Der Publikumszuspruch war erheblich, am Sonntag gab es kaum noch einen freien Platz.

Das Göttinger Barockorchester verlieh mit der einleitenden Bachschen Orchestersuite D-Dur diesem Geburtstagsprogramm sogleich festlichen Glanz. Die Tempi waren so frisch, dass Konzertmeister Henning Vater in seinen virtuosen Solopassagen an die Grenzen seiner Möglichkeiten stieß.

Mit Bachs Motette „Jesu, meine Freude“ hatte Antonius Adamske seinem Chor eine harte Nuss zu knacken gegeben. Denn Bach entfaltet in diesem fünfstimmigen Satz seine kontrapunktische Kunst kühn. Doch war der Chor von seinem Leiter gründlich vorbereitet worden. Er sang hier und da vielleicht nicht ganz so transparent, wie man es sich wünschen könnte, aber ausgesprochen sicher und ausdrucksvoll. Dass Adamske die beiden Terzette solistisch und die instrumentale Verstärkung unterschiedlich besetzte, machte die Motette besonders abwechslungsreich.

Schluss- und Höhepunkt dieses Konzerts war Haydns „Missa in angustiis“ (Messe in Zeiten der Bedrängnis). Hier konnten sich auch die vier Solisten breit entfalten: Patricia Grasse mit ihrem hellen, schlanken Sopran, die junge Mezzosopranistin Marlene Gaßner mit ihrer gut geführten, volumenreichen Stimme, dazu der strahlend-schlanke Tenor von Georg Drake und der profunde Bass von Mathias Tönges.

Die Petri-Choristen sangen sehr engagiert, fast ohne Spuren von stimmlicher Ermüdung, waren gut vorbereitet auf starke dynamische Kontraste und fein differenzierte Ausdruckswerte. Diesem lebendigen Konzept diente auch das Göttinger Barockorchester mit seinem lebhaften, musikalisch gestenreichen Spiel. Die Zuhörer waren nachhaltig angetan.

Von Michael Schäfer

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