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Göttinger Symphonie-Orchester Gast im Deutschen Theater

Unbeschwert wie Schönwetterwolken Göttinger Symphonie-Orchester Gast im Deutschen Theater

„Frühlingsserenade“ hieß das Thema des Konzerts mit dem Göttinger Symphonie-Orchester am Sonntag im recht gut besuchten Deutschen Theater. Und tatsächlich gab es auch frühlingshafte Musik zu hören in vorwiegend heiterem Tonfall, unbeschwert wie Schönwetterwolken am blauen Himmel, die just in diesen Tagen den perfekten Hintergrund für blühende Bäume bieten.

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Sensibles Dirigat: Generalmusikdirektor Christoph-Mathias Mueller führt sein Orchester.

Quelle: Heller

Göttingen. Vier Contretänze des 20-jährigen Mozart standen am Anfang, bezaubernde musikalische Leichtgewichte, die wie bunte Luftballons in den (Bühnen-)Himmel schwebten.

In diesen viermal 32 Takten entwickelte sich unter dem sensiblen Dirigat von Christoph-Mathias Mueller Grazie, Charme und Anmut.

Ebenfalls ausgesprochen charmant ist die 1930 komponierte Serenade für Kammerorchester von Bohuslav Martinů. Besonders reizvoll an dieser Musik ist der Rückgriff auf die barocke Concert-grosso-Praxis, wenn immer wieder solistische Passagen aus dem Tuttiklang hervorleuchten.

Dazu hat Martinů ein Händchen für rhythmischen Pfiff, hier eine Synkope, dort ein überraschender Akzent, stellenweise ein derart tänzerischer Schwung, dass einem die Musik schier in die Beine fährt.

Das kosteten die Musiker weidlich aus, immer geschmackvoll, nie zu dick aufgetragen. Sehr schön harmonierten die beiden Soloviolinen (Wojtek Boli­mowski und Christina Toparkus). Fast alle Bläser setzten solistische Akzente, die Instrumentengruppen warfen sich elastisch die Bälle zu.

Mit der Serenade op. 11 von Johannes Brahms klang der Abend aus: angesichts der sonst bei Brahms häufig vorherrschenden Schwermut ein überraschend fröhliches Stück, das er kurz nach seinen Göttingen-Besuchen in Detmold komponierte. Hier und da klingt schon der Ton des späteren Symphonikers Brahms an, aber bestimmend sind eher heiter-entspannte Passagen. Wobei der innige Gesang des zentralen langsamen Satzes besonders tief zu Herzen ging.

Der Schlussbeifall für das Orchester und seinen Dirigenten war freundlich, nicht brausend oder tobend. Darin spiegelte sich die unbeschwert-gelöste Stimmung des kurzweiligen, blütenreichen Abends.

Das nächste GSO-Konzert: „Variatio delectat“, Zyklus Rathaus-Serenade mit Musik von Schubert, Yagling und Tschaikowsky am Sonntag, 10. Mai, um 19.45 Uhr im GDA-Wohnstift, Charlottenburger Straße 19, und am Montag, 11. Mai, um 19.45 Uhr im Alten Rathaus, Markt 9.

Von Michael Schäfer

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