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Göttinger Symphonie Orchester: Neue Konzertreihe von Dirigent Joongbae Jee

Zeit zum Atmen Göttinger Symphonie Orchester: Neue Konzertreihe von Dirigent Joongbae Jee

Alles fing einmal an mit einer Großen und einer Kleinen Reihe. Heute bietet das Göttinger Symphonie-Orchester (GSO) wesentlich mehr Konzertserien. Das jüngste Format hatte am Sonntag im etwas schütter besetzten Deutschen Theater Premiere: Kammerkonzerte mit Serenaden.

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GSO-Premiere der Kammerkonzerte mit Serenaden: Gastdirigent Joongbae Jee aus Südkorea.

Quelle: Heller

Göttingen. Das Konzept: eine gute Stunde Musik ohne Konzertpause, inhaltlich eher leichtgewichtig als tiefernst. Genau das also, was in Klassik und Romantik unter dem Titel „Serenade“ komponiert wurde, ein Wort, zu dem sowohl die Heiterkeit (lateinisch serenitas) als auch die abendliche Stunde (italienisch sera für Abend) etymologisch beigetragen haben sollen.

Mit der Es-Dur-Streicherserenade des Tschechen Josef Suk eröffnete das GSO diesen beschwingten Abend. Der aus Südkorea stammende Gastdirigent Joongbae Jee hatte sich offenbar intensiv mit der Partitur auseinandergesetzt: Er formte die Details liebevoll aus, ließ den Phrasen viel Zeit zum Atmen. Das führte zu einer intensiven Gestaltung des Ausdrucks, der vielleicht nur manchmal noch ein wenig mehr Leichtigkeit vertragen hätte, weniger das Verharren in der Einzelheit als das Hinzielen auf den Endpunkt einer Entwicklung.

Im zweiten Werk des Abends traten etliche Bläser zu den Streichern: in Mozarts Serenade D-Dur KV 203, einem jugendfrischen Werk des 18-jährigen Musikers. Das achtsätzige Stück gehörte ursprünglich wohl zu einer Open-Air-Feier von frisch geprüften Salzburger Studenten, die damit ihrem Erzbischof und den Professoren huldigten.

Die Sätze zwei, drei und vier haben einen Soloviolinpart, den Stephanie Lichtmeß mit bezaubernder Leichtigkeit, fleckenloser Intonation und blühendem Ton spielte. Weitere solistische Glanzlichter setzte Oboist Tiago Coimbra. Zwei-, dreimal war der musikalische Glanz durch kleine Intonationsschwächen der Violinen in hohen Lagen und der Celli getrübt, wobei die kleine Besetzung derlei Nachlässigkeiten gnadenlos deutlich hervortreten lässt.

Trotz dieser kleinen Einwände war es ein schöner Start für diese neue Konzertreihe. Nach einer guten Stunde kultiviert-unterhaltsamer Musik bleibt noch genug Zeit für einen entspannten zweiten Teil des Sonntagabends. Die Zuhörer bedankten sich mit herzlichem Applaus.

Von Michael Schäfer

Das zweite Kammerkonzert des GSO im Deutschen Theater, die „Frühlingsserenade“, ist am Sonntag, 3. Mai, um 19.45 Uhr angesetzt.
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