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Göttinger-Symphonie-Orchester beendet Spielzeit

„Mit glänzenden Augen zurück“ Göttinger-Symphonie-Orchester beendet Spielzeit

Das Göttinger Symphonie-Orchester (GSO) hat die 153. Spielzeit mit dem Motto „Alte Welten – neue Welten“ beendet. In dieser Saison meisterte das Orchester einige Herausforderungen: anspruchsvolle Programme, eine Konzertreise nach China – und ein halbes Dutzend Schwangerschaften.

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Konzert mit Weltstar Reinhold Friedrich: Der Trompeter war in dieser Saison Artist in Residence des GSO.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Die vergangene Spielzeit hatte das Motto „Alte Welten – neue Welten“. „Das haben ein paar Mitglieder des Orchesters auf ihre Weise umgesetzt“, erzählt Generalmusikdirektor Christoph-Mathias Mueller, „denn wir hatten sechs Schwangerschaften und zwei Elternzeiten verdienter Musikerinnen und Musiker.“ Für die Ensemblemitglieder musste Ersatz gefunden werden. Mueller sieht darin die wichtigste Herausforderung der Saison, die gemeistert wurde. Er sei sehr glücklich, dass „dieses Orchester eine große Integrationsfähigkeit hat“. Nur mit dieser sei es möglich gewesen, zum Saisonauftakt das Konzert mit Mahlers zehnter Sinfonie brillant zu meistern und weitere Besonderheiten dieser Spielzeit zu bestehen.

Die Programme der Spielzeit zeigten Mueller, dass auch Musik  zu spielen ist, die zur Auseinandersetzung auffordert. So sei das Programm „Con Passione“ mit unter anderem der selten aufgeführten siebten Sinfonie von Petersson für ihn persönlich besonders gewesen: „Das ist Musik, die kann man nicht genießen, die ergreift einen“, beschreibt Mueller die Komposition. Das Publikum sei davon spürbar berührt gewesen. Mueller freut besonders, dass viele Auswärtige und Studierende kamen zu diesem Konzert.

Ebensowenig ist es selbstverständlich, dass ein Weltstar wie der Trompeter Reinhold Friedrich sich dem GSO als Artist in Residence zur Verfügung stellt. Mit Friedrich wurden zwei Abokonzerte und Gastspiele absolviert. Friedrich war es auch, der im April bei der Charity-Veranstaltung des GSO spielte. Es ging um das neue Konzertprogramm „Auf Flügeln der Musik“ für Menschen mit Demenz, das in der nächsten Spielzeit neben dem gewohnten Programm angeboten wird.

„Wir wollen damit Abonnenten erreichen, die uns über Jahre die Treue gehalten haben, aber aufgrund von einer Demenzerkrankheit unsere Konzerte nicht mehr besuchen“, erklärt Mueller. „Auf Flügeln der Musik“ ist ein Projekt aus Nordrhein-Westfalen. „Wir sind das erste Orchester in Niedersachsen, das dieses spezielle Angebot verwirklicht“, so GSO-Verwaltungsdirektorin Karolin Loh. Bei Generalproben in der Stadthalle und bei Konzerten mit kleiner Besetzung im GDA-Wohnstift sind die Konzerte für Demenzkranke und ihre Angehörigen geplant. Derzeit sind Schulungen für Musiker, GSO-Team und ehrenamtliche Betreuer, um sich auf die Besonderheiten vorzubereiten.

Dazu gehört beispielsweise eine oftmals ausgesprochen deutliche Reaktion des Publikums. Mueller sieht dem verständnisvoll entgegen: „Wir wollen den Menschen Musik schenken und einen schönen Abend. Was kann für einen Musiker schöner sein als eine starke Reaktion des Publikums.“

Eindrucksvoll war für das GSO die Konzertreise nach China Ende 2014. Das sei eine perfekte Tournee hinsichtlich Spiel und Organisation gewesen, so Mueller. Die Reise habe das kulturelle Wissen über China des Ensembles deutlich erweitert. „Alle sind mit glänzenden Augen zurückgekehrt“, erinnert sich der Dirigent, der Asien gut kennt. Und Mueller freut sich, dass bereits Anfragen aus China für eine weitere Konzertreise vorliegen.

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