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Göttinger Symphonie-Orchester ehrt Flötisten Quantz

Galant, graziös, elegant Göttinger Symphonie-Orchester ehrt Flötisten Quantz

Immer wenn die Kirschbäume blühen, schwärmt das Göttinger Symphonie-Orchester (GSO) aus: in die Markuskirche in Scheden zum traditionellen Johann-Joachim-Quantz-Konzert.

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In reduzierter Besetzung: das Göttinger Symphonie-Orchester in der Kirche in Scheden.

Quelle: Schäfer

Scheden. Damit feiert Scheden alljährlich seinen berühmtesten Sohn, der dort 1697 als Sohn eines Hufschmieds geboren wurde, im 18. Jahrhundert zu einem der berühmtesten Flötenvirtuosen avancierte und als Flötenlehrer Friedrichs des Großen in die Geschichte einging.

Eines der berühmtesten Flötenkonzerte von Quantz, das G-Dur-Konzert, stand jetzt im Mittelpunkt des Gastspiels in der gut besuchten Kirche. Quantz’ Tonsprache ist galant, graziös, elegant – genau so gestaltete Bettina Bormuth, Soloflötistin des GSO, ihren virtuosen Part. Die melodischen Linien waren gekennzeichnet durch gewinnende Anmut, durch vollen, blühenden, aber nirgends aufdringlichen Ton, durch federnde Leichtigkeit und weit geschwungene Bögen, die nur mit perfekter Atemtechnik derart zu gestalten sind.

Chefdirigent Christoph-Mathias Mueller hatte mit gutem Grund sein Orchester für diesen Kirchenraum reduziert: 17 Streicher standen den meist zweifach besetzten Bläsern gegenüber, was einen durchsichtig-ausgewogenen Klang ergab.
Umrahmt wurde das Quantz-Konzert von zwei Symphonien. Den Anfang machte die „Pariser“ Symphonie des Mozart-Zeitgenossen Georg Joseph Vogler, ein Werk, das mit seinen ungewöhnlich starken dynamischen Kontrasten und feinen klanglichen Wirkungen aufhorchen ließ. Spannend auch, wie lebendig und transparent in dieser Besetzung Beethovens siebte Symphonie klang: Die Bläserstimmen traten besonders deutlich hervor, der Klang war sehr klar strukturiert.

Mueller dirigierte mit mitreißender Leidenschaft, markierte nachdrücklich die überraschenden Akzente, die für Beethovens Musik charakteristisch sind, und sorgte immer wieder für tänzerisch-leichten Gestus. Dabei folgten ihm die GSO-Musiker mit Konzentration und Engagement. Am Ende klatschten die begeisterten Zuhörer so ausdauernd, dass eine Zugabe nötig wurde: ein Satz aus der Vogler-Symphonie.

Von Michael Schäfer

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