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Göttinger Symphonie-Orchester gibt Familienkonzert im DT

Lebhaft und mutig Göttinger Symphonie-Orchester gibt Familienkonzert im DT

Joseph Haydn spielt im aktuellen Saisonprogramm des Göttinger Symphonie-Orchesters (GSO) eine besondere Rolle. Da liegt es nahe, ihm auch ein Familienkonzert zu widmen.

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Sehr lebendiges Dirigat: Generalmusikdirektor Christoph-Mathias Mueller mit Musikern des Göttinger-Symphonie-Orchesters.

Quelle: Heller

Göttingen. „Haydn für Kinder“ hieß das Programm, das das GSO am Sonntag im ausverkauften Deutschen Theater präsentierte.

Moderator Thomas Scholz – wenn er nicht gerade seine Elternzeit nimmt, ist er Geiger im GSO – nahm die kleinen und großen Zuhörer mit auf eine Reise durch Haydns Leben. Lebendig und unterhaltsam erzählte er von Josephs Anfängen und seinem weiteren Lebensweg.

Die Sangeskunst des Kindes war so auffällig, dass Haydn schon bald in die Reihen der Wiener Sängerknaben aufgenommen und dort musikalisch gründlich ausgebildet wurde. Nach dem Stimmbruch dauerte es fast zehn Jahre, bis er seine erste feste Anstellung als Musiker erhielt.

Dann aber kam der Glückstreffer: ein Kapellmeisterposten beim Grafen Esterházy. Dieses Amt hatte Haydn bis zum Tod des Fürsten anno 1790 inne. Und da war er in Europa schon so bekannt, dass er in London als Komponist und Dirigent engagiert wurde.

Diese biografischen Skizzen illustrierte das GSO unter der sehr lebendigen Leitung seines Chefdirigenten Christoph-Mathias Mueller mit einschlägigen Werken Haydns, zuerst mit der frischen, fein akzentuierten D-Dur-Ouvertüre, die schon das Stadthallenkonzert am vergangenen Freitag eröffnet hatte.

Weitere Beispiele waren der Kopfsatz der allerersten Symphonie, die Haydn in Böhmen komponiert hat, und ein galantes Menuett aus einem Streicher-Divertimento, in dem die höheren und die tieferen Instrumentengruppen einen höflichen Dialog führen.

Mit dem Deutschlandlied-Thema aus dem „Kaiser-Quartett“ und dem Andante aus der „Paukenschlag“-Symphonie bot Mueller zwei besonders populäre Haydn-Werke, mit dem letzten Satz aus der „Abschiedssymphonie“ ein wunderschönes Beispiel für einen gelungenen Musiker-Arbeitskampf im Rokoko. Den Schluss bildete das spritzige Finale der „Paukenschlag“-Symphonie.

Die konzentrierte Aufmerksamkeit auch der jüngsten Zuhörer bewies, wie gut diese anregende Lehrstunde beim Publikum ankam. Und schön, dass Scholz die Kinder immer wieder direkt ansprach. Auf seine Fragen antworteten sie lebhaft und mutig. Am Ende: viel Beifall. Sollte man einen Kreisel in Göttingen vielleicht Joseph-Haydn-Kreisel taufen?

Von Michael Schäfer

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