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Göttinger Symphonie-Orchester gibt Sonderkonzert

Ungewöhnliche Klangfarben Göttinger Symphonie-Orchester gibt Sonderkonzert

Trauer und Leid prägen die Passionszeit. Unzählige Kompositionen wurden zu diesem Anlass geschaffen und regelmäßig aufgeführt. Doch gibt es auch viele selten aufgeführte Werke, die zwar nicht explizit zur Passion komponiert wurden, jedoch deren Stimmung ebenso gut widerspiegeln.

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Energisch: Chefdirigent Christoph-Mathias Mueller führt sein Orchester.

Quelle: CR

Göttingen. In dem Sonderkonzert „Con Passione“ hat das Göttinger Symphonie Orchester am Donnerstag in der Stadthalle drei solcher Kompositionen präsentiert. Das Konzert beeindruckte durch vielfältige, außergewöhnliche Instrumentierung, ungewöhnliche Klangfarben und enorme Spannung.

Ferruccio Busoni komponierte die Berceuse élégiaque für Orchester nach dem Tode seiner Mutter. Die Trauer-Stimmung, hervorgerufen durch überaus leise, extrem tiefe und ruhige Töne, ist in diesem Werk allgegenwärtig. Das Orchester spielte behutsam, aber doch mit Entschlossenheit. Die Herausforderung, selbst kaum hörbare Melodien noch im Einklang zu spielen, meisterte es hervorragend.

Auch Wolfgang Amadeus Mozart nahm den Tod zweier Freimaurer zum Anlass für eine Komposition. Seine Maurerische Trauermusik in c-Moll zeichnet sich durch eine ungewöhnliche Instrumentierung aus. Chefdirigent Christoph-Mathias Mueller erklärte, dass die Besetzung, unter anderem mit drei Bassetthörnern und Kontrafagott, zwar einerseits auf die damalige Verfügbarkeit entsprechender Instrumentalisten zurückgeführt werden könne. Andererseits rufe die Kombination dieser verschiedenen Klangfarben und der Harmonien einen Ausdruck von Trauer hervor. Und tatsächlich hoben gerade die Bläser das traurige Moment mit ihrem leicht schnarrenden Klang besonders hervor.

Zuletzt stand die 7. Symphonie von Allan Pettersson auf dem Programm. Klingt die Musik häufig verschoben und dissonant, so ist dies ausdrücklich gewollt. Erneut kamen den Blechbläsern, diesmal Posaunen und einer Tuba, eine besondere Position zu. Immer wieder erklang ein fast schon monoton klagendes Motiv, das durch schnellere, teils schon schrille Passagen des Orchesters unterbrochen wurde. Hohe pfeifende Flöten, extrem tiefe Blechbläser, unruhige Trommeln im Untergrund oder ein lauter Gong: Die enorme Vielfalt der Komposition ermöglichte es jedem einzelnen Musiker, die eigenen beeindruckenden Fähigkeiten zu präsentieren.

Ganz langsam und vorsichtig verklang die Musik schließlich. Noch lange hielt Müller inne, bevor er sich umdrehte. Die Stille am Abschluss des Konzertes, kurz bevor der Applaus losbricht, ist mindestens ebenso faszinierend, wie die Musik selber.

Von Tina Evers

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