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Göttinger Symphonie-Orchester gibt im Deutschen Theater ein Familien-Konzert

Verkleidete Musik Göttinger Symphonie-Orchester gibt im Deutschen Theater ein Familien-Konzert

Noch kein Ton ist gespielt, noch kein Wort gesagt, da gibt es schon die erste Überraschung bei dem Familienkonzert des Göttinger Symphonie-Orchesters (GSO). Seltsame Gestalten betreten die Bühne. Ein Teufelchen, ein Indianer und Fantasiegestalten mit Federboas oder bunten Masken. In der Hand halten sie Geigen, Flöten oder Hörner.

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Allerlei skurrile Gestalten: Musiker des Göttinger Symphonie-Orchesters bereiten den Kindern viel Spaß.

Quelle: Heller

„Die sind ja verkleidet!“, ruft ein Kind laut. Ja das sind sie. Und dann tritt Kerstin Klarholz auf die Bühne und erzählt, das sich bei diesem Konzert nicht nur die Musiker, sondern auch die Musik verkleiden wird. Klarholz tritt bei dem Familienkonzert, das den Titel „Villa Kunterbunt“ trägt, als Moderatorin auf. Die musikalische Leitung hat Johannes Moesus, Chefdirigent des Bayerischen Kammerorchesters Bad Brückenau. Der Saal im Deutschen Theater ist voll besetzt.
Eine Kiste voller skurriler Kopfbedeckungen hat Klarholz mitgebracht. Einen Prinzessinnenhut kramt sie hervor und fragt die Kinder, wie sich Musik anhören müsste, die zu diesem Hut passen könnte. Tänzelt, leise, leicht? „Könnt ihr so was spielen?“, fragt Klarholz das GSO. „Klar doch“, antwortet Moesus und lässt die Symphoniker zum „Tanz der Zuckerfee“ aus Tschaikowskis Ballett „Der Nussknacker“ ansetzen.

Die Musik verkleidet sich, das hatte Klarholz versprochen, und die Kinder scheinen zu verstehen. So erzählt Klarholz von einem gruseligen Waldelf, woraufhin das Orchester mit „In der Halle des Bergkönigs“ von Edward Grieg anschließt. Eines der bekanntesten Stücke des klassischen Faches überhaupt, das von der Sagengestalt Peer Gynt erzählt und wie dieser sich erst an den Trollkönig heranschleicht, mit im kämpft, ringt und schließlich erfolgreich fliehen kann. Beeindruckend, wie das Orchester diese Geschichte hörbar machen kann.

Besonders gelungen ist der Ansatz, die Kinder nicht nur zuhören zu lassen. Gemeinsam wird ein Indianerlied gesungen, zu dem Dirigent Moesus auch mal ein Indianerschrei von sich gibt. Viele Kinder machen es ihm nach. Gerade hier zeigt sich, warum das Konzert gelingt: Orchester und Zuschauer haben sichtlich Spaß daran. Den größten Lacher löst aber ein Junge aus dem Publikum aus. „Habt ihr eine Ahnung, wie sich ein Matrosentanz anhört?“, fragt Klarholz, und ein kleiner Junge zeigt sofort auf Thomas Scholz, der auf der Bühne sitzt und als Pirat auftritt. Scholz spielt erste Geige und hat eine Halbkugel aus Styropor auf seinen Bogen gesteckt. Das lässt den Bogen wie einen Säbel aussehen. „Den dahinten, den musst du mal fragen!“, ruft der Junge.

Von Daniela Lottmann

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