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Göttinger Symphonie-Orchester mit Geschichten à la carte

Wunschkonzert Göttinger Symphonie-Orchester mit Geschichten à la carte

Für gewöhnlich besuchen Zuhörer ein Konzert mit der Vorfreude auf die angekündigten Werke. Nicht so jedoch am Freitagabend in der Stadthalle. Das Göttinger Symphonie Orchester (GSO) gab für sein Konzert „Geschichten à la carte“  vorab nur die Hälfte bekannt. Ausschnitte aus Mendelssohn Bartholdys „Ein Sommernachtstraum“ und Hummels Trompetenkonzert in Es-Dur waren angekündigt. Die zweite Konzerthälfte wurde eine Überraschung.

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Erzeugt enorme Spannung bis zum letzten Klang: das Göttinger Symphonie-Orchester.

Quelle: Heller

Göttingen. Wenig überraschend ist die Qualität mit der das Orchester den ganzen Abend hindurch spielt. Mit differenzierter Dynamik erwecken die Musiker die fantastische, glitzernde Welt des Sommernachtstraums zum Leben.

Als Gast tritt mit dem zweiten Programmpunkt Trompeter Reinhold Friedrich auf. Die virtuosen Solo-Partien gehen ihm mit Leichtigkeit von der Hand. Während er pausiert, wiegt er sich zu den Melodien des Orchesters hin und her, dirigiert sich selbst und scheint die Musik in vollen Zügen zu genießen.

Das Programm des anschließenden Wunschkonzerts erscheint wie die Titelliste einer CD mit den größten Werken der klassischen Musik. 160 Menschen hatten in den vergangenen Monaten ihre Stimmen abgegeben und letztlich für den ersten Satz aus Beethovens Eroica-Sinfonie, den zweiten Satz aus Dvořáks Aus der neuen Welt, die Ouvertüre aus Mozarts Zauberflöte und den Gefangenenchor aus Verdis Oper Nabucco abgestimmt.

Chefdirigent Christoph-Mathias Mueller zeigt sich begeistert von dem Konzept des Wunschkonzertes und lobt das Publikum für seinen guten Geschmack. Nur wenige Stimmen gaben letztlich den Ausschlag für das endgültige Programm, erzählt er.

Enorme Spannung

Es scheint, als habe sich das GSO gerade für den melancholischen zweiten Satz aus Dvořáks Symphonie besonders viel Mühe gegeben. Die Komposition hat die meisten Stimmen erhalten. Ganz leise und zerbrechlich erklingt die Melodie des Englisch-Horns. Vorsichtig umschmeicheln die Streicher die zarten Töne. Die Musik wird schließlich so leise, dass sie kaum noch zu hören ist. Das erzeugt eine enorme Spannung, die das GSO bis zum letzten Klang aufrecht hält.

Außergewöhnlich wird es dann noch einmal am Ende des Abends. Schelmisch blickt Mueller in das Publikum, als er ankündigt, dass nun der Gefangenenchor gespielt würde. Den Gesang müsse das Publikum aber selber übernehmen. Und so dirigiert er ausnahmsweise einmal nicht das Orchester, sondern wendet ihm den Rücken zu, um die Zuhörer zu dirigieren.

Das Orchester selber meisterte das Werk mühelos auch ohne die Hilfe des Dirigenten. An einem so vielseitigen Abend sollten wirklich keine Wünsche mehr offen geblieben sein.

Das nächste Konzert des Orchesters in Göttingen ist am Sonntag, 23. November, um 19 Uhr in der Jacobikirche, Jacobikirchhof 2. Zusammen mit der Göttinger Stadtkantorei präsentiert das Göttinger Symphonie-Orchester die Missa Solemnis D-Dur op. 123 von Ludwig van Beethoven.

Von Tina Evers

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