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Göttinger Symphonie Orchester startet Projekt für Menschen mit Demenz

Flügel der Erinnerung Göttinger Symphonie Orchester startet Projekt für Menschen mit Demenz

Von einem Konzert seines Schulorchesters in Zürich hat Christoph-Mathias Mueller erzählt, um zu verdeutlichen, welchen positiven Einfluss die Musik auf das Erinnerungsvermögen von Demenz-Kranken haben kann. Mueller will ab der nächsten Saison mit dem Göttinger Symphonie Orchester (GSO) das  Projekt „Auf Flügeln der Musik“ realisieren.

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Unterstützt mit seinem Auftritt das neue GSO-Projekt: Trompeter Reinhold Friedrich beim Charity-Abend in der Aula der Universität.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Bei einem Abend für Freunde und Förderer des Orchesters stellte Elisabeth von Leliwa das Projekt „Auf Flügeln der Musik“ vor, das in Nordrhein-Westfalen bereits existiert. Dort wurde es evaluiert und erhielt 2014 den BKM-Preis für Kulturelle Bildung.   

Bei der Vorstellung des neuen Vorhabens des GSO in der Aula der Universität nutzte das Orchester die Gelegenheit, auch Musikstücke zu spielen, die die Erinnerung von an Demenz erkrankten Menschen beflügeln. Als Mitglied seines Schulorchester habe er das bei einem Konzert im jüdischen Altersheim in Zürich erlebt, erzählte Dirigent Mueller. „Die Moldau“ von Friedrich Smetana sei ein Klassiker und habe ein Passage, die der Nationalhymne Israels sehr ähnlich sei. „Und plötzlich sang der ganze Saal mit“, berichtete Mueller. An diese Episode aus seiner Schulzeit habe er sich jetzt erinnert. Mit dem neuen Angebot für die ältere Generation sei das GSO in ganz Norddeutschland das erste. Es wolle damit kulturelle Teilhabe ermöglichen.

Projektleiterin Leliwa erklärte, Musik spreche verschiedene Zentren im Gehirn an, spiele mit ihm gewissermaßen. Auswertungen haben nach Angaben von Leliwa ergeben, dass die Teilnahme an solchen Konzerten bei den Erkrankten den „persönlichen Wohlbefindlichkeitswert deutlich erhöht“. Um das Projekt zu realisieren, seien Konzertformate mit kürzeren Stücken zu entwickeln. Dazu könnten bestehende Programme um eine Einführung ergänzt werden, für die Zielgruppe häufiger die Generalproben geöffnet werden und sehr wichtig sei, die Zugangssituation des Veranstaltungsortes den Anforderungen des Publikums anzupassen.   So werde Patienten und deren Angehörigen die kulturelle Teilhabe ermöglicht. „Und man kann zeigen“, so Leliwa, „das auch mit dieser Krankheit Lebensqualität möglich ist“.

Für das Projekt „Auf Flügeln der Musik“ hat das GSO die Universität Göttingen für spätere wissenschaftliche Begleitprojekte gewonnen sowie Niedersachsens Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne), als Schirmherrin. Auch Startrompeter Reinhold Friedrich, derzeit GSO-Artist in Residence, unterstützte das Orchester: Der beeindruckte mal wieder mit seinem höchst virtuosen und bewundernswert   dynamischen Spiel. Diesmal unter anderem mit Werken von Oskar Böhme: „La Napolitaine“ und „ Russischer Tanz“ gehörten zu einem erinnerungswerten Abend für ein ambitioniertes Projekt.

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