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Janitscharen und Eisbären in der Stadthalle

Göttinger Symphonieorchester Janitscharen und Eisbären in der Stadthalle

Ein kontrastreiches Programm hat das Göttinger Symphonie-Orchester am Freitag in der Stadthalle präsentiert. „Janitscharen und Eisbären“ hieß das pfiffige Motto des Abends mit Musik von Mozart und Sibelius unter der Leitung von Wolfram Christ. Solistin war die junge polnische Geigerin Anna Malesza.

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Solistin Anna Malesza

Quelle: Pförtner

Göttingen. Die Janitscharen waren eine Anspielung auf die Anklänge an türkische Militärmusik in Mozarts „Linzer“ Symphonie. Die Eisbären tanzen nach Ansicht eines englischen Musikwissenschaftlers eine Polonaise im Finale des Violinkonzerts von Jean Sibelius, mit dem der Abend bravourös ausklang.

Wehmut und Melancholie

Wunderbar elegisch der Einstieg: die Tondichtung „Der Schwan von Tuonela“ von Sibelius, ein balsamisches Bad in Wehmut und Melancholie. Gastdirigent Christ – schon oft am GSO-Pult – sorgte für samtene Streicherklänge, über denen sich die ausdrucks- und tonschönen Soli von Englisch Horn (Viorel Bindila) und Violoncello (Joachim Mittelbach) breit entfalten konnten.

Sehr spritzig und mit starken dynamischen Kontrasten gestaltete Christ die Mozart-Symphonie. Viel Temperament zeigten die bestens aufgelegten Musiker im frischen Presto-Finale, Grazie im Menuett, subtile Empfindsamkeit im Andante.

Virtuos und technisch versiert

Das Sibelius-Konzert – Leib- und Magen-Stück von Anne-Sophie Mutter – verlangt einen gestandenen Solisten. Mit ihren 23 Jahren ist Anna Malesza nur auf dem Papier zu jung für diesen virtuosen Brocken. Die Violinistin, die ihr Studium in Posen mit Auszeichnung abgeschlossen hat, erwies sich als technisch und musikalisch ausgesprochen versiert.

Musik von Sperger und Beethoven

Nächster GSO-Termin: Musik von Sperger und Beethoven am Donnerstag, 14. April, um 19.45 Uhr in der Aula am Wilhelmsplatz.

Dazu besitzt sie in ihrem Spiel eine mitreißende Leidenschaftlichkeit, einen souverän aussingenden Ton und ein hochentwickeltes Gespür für die Formstrukturen dieses groß dimensionierten Werkes. Wolfram Christ war zusammen mit dem GSO ein sehr aufmerksamer Partner der Solistin.

Blumen im tosenden Beifall

Die Einladung zu diesem Abend hatte Anna Maleszka vor drei Jahren erhalten, als sie den ersten Preis beim Internationalen Violinwettbewerb in Göttingens polnischer Partnerstadt Thorn gewann und in diesem Zusammenhang vom damaligen Göttinger Oberbürgermeister Wolfgang Meyer dem Auftritt beim GSO als Sonderpreis ausgezeichnet wurde.

Den Blumenstrauß überreichte ihr  – mitten im tosenden Beifall – der amtierende Göttinger Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler. Malesza bedankte sich beim Publikum in der gut besuchten Stadthalle mit einer Paganini-Caprice als Zugabe.

Von Michael Schäfer

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