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Göttinger gründet Netzwerk zur Unterstützung von Akustikgitarristen

„Auf schwachen Beinen“ Göttinger gründet Netzwerk zur Unterstützung von Akustikgitarristen

Alle Augen sind auf den Künstler und sein Instrument gerichtet. Die Bühne hebt ihn heraus aus der Masse. Ein besonderer Mensch, der etwas besonders gut kann. Auf der Bühne zu stehen und Musik zu machen, das strahlt einen gewissen Glamour aus.

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Einsatz für weniger bekannte Musiker: Martin Hulpke-Wette.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Doch wenn Bühnenmenschen ihren Kontoauszug sehen, bleibt oft nicht viel vom Glamour übrig.

„Wir haben festgestellt, dass viele Musiker echte Probleme haben zu überleben“, sagt Martin Hulpke-Wette. Zusammen mit seinem Mitstreiter Thilo Mutter aus Prag möchte der Göttinger deshalb aktiv werden. Sie haben deshalb das Netzwerk European Open Mic Night Network gegründet, das Akustikgitarristen aus ganz Europa unterstützen soll. Dabei geht es nicht in erster Linie um Geld.

Ein Musikerleben ist ein Leben auf Reisen. Auf Bühnen in fremden Städten zu stehen heißt für den Künstler, sich bekannt zu machen. Aber Reisen ist teuer. „Die gesamte Kulturbranche steht auf so schwachen Beinen, dass den Musikern häufig wenig Mittel zum Überleben bleiben“, sagt Hulpke-Wette.

Rundum-Sorglos-Paket

So seien Auftrittsräume teuer. Oft müssten Künstler einen Teil der Einnahmen den Clubbesitzern oder Konzerthallenbetreibern überlassen. Auch Kosten für die Anreise, Schlafplatz oder Verpflegung muss in der Regel der Künstler selbst tragen. Und der Musikunterricht, den viele  häufig geben, ist oft schlecht bezahlt. Da bleibt wenig übrig. „Aber wenn jemand von seinem Beruf nicht leben kann, dann fehlt ihm der Raum für Kreativität“, sagt Hulpke-Wette.

Das European Open Mic Night Network will daher schon bei ganz elementaren Problemen helfen. Schlafplätze bereitstellen oder die Verpflegung übernehmen zum Beispiel. Aber auch die Vermittlung von Konzerträumen, in denen die Gitarristen auftreten können, ohne etwas von den Einnahmen abgeben zu müssen, zählt zu den Aufgaben.

„Unser Traum ist  ein Rundum-Sorglos-Paket für diejenigen, um die sich sonst keiner sorgt“, sagt Hulpke-Wette. Für die Zukunft sei daher eine stärkere Vernetzung zu Instrumentenbauern und sogar eine spezielle Krankenkasse für die Gitarristen geplant.

„Im Kleinen können wir etwas verändern“

Für Hulpke-Wette soll das Netzwerk eine Kommunikationsplattform werden, auf der sich Künstler und ihre Unterstützer austauschen können. Dank der europäischen Ausrichtung können hier auch Auftritte im Ausland vermittelt werden. Das Netzwerk ist für neue Unterstützer, die über die Homepage mit den Initiatoren in Kontakt treten können, offen. „Im Kleinen können wir etwas verändern“, sagt Hulpke-Wette.

Ein vom Netzwerk organisierter Workshop ist für Sonnabend, 18. Oktober, in der Praxis Hulpke-Wette, Nikolaistraße 29, angesetzt. Ab 11 Uhr wird die Gitarristin Christina Lux in einer Songwriting-Werkstatt der Frage nachgehen, wie man einen eigenen Song entwickelt. Anmeldung: info@christinalux.de. Musikerin Lux tritt am Freitag, 17. Oktober, um 20.15 Uhr im Apex, Burgstraße 46, auf.

Homepage des European Open Mic Night Network: eomnn.com

Von Daniela Lottmann

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