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„Gott ist kein Spießer“

Porträt: Lasker-Schüler „Gott ist kein Spießer“

Mit wenigen, kraftvollen Strichen porträtiert Corinna Harfouch Else Lasker-Schüler in „Gott ist kein Spießer“: ein Glanzpunkt des Festivals. 70 Minuten spielt sie, begleitet nur von dem Musiker Hannes Gwisdek, der experimentelle Töne und Echos über ihr aufspannt wie einen Schirm.

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Harfouch und Gwisdek (v.r.).

Quelle: PH

Göttingen. Den spärlich beleuchteten Raum nimmt ein langer Tisch ein.

Beladen mit bunten Figuren, Spielzeug, Puppen. Dazwischen brennen Kerzen. Hinter dem geheimnisvollen Altar thront Harfouch als Lasker-Schüler. Selbstbewusst, unangepasst. Unverstanden als Künstlerin und, weil sie Jüdin war, 1933 ins Exil vertrieben.

Harfouch, mit Diadem, langer Kette und lackierten ­Fingernägeln, zeigt sie, wie sie ein Freund beschrieb: Immer habe sie sich schön gemacht in Erwartung des geliebten Mannes.

„Ich liebe dich

Und finde dich

Wenn auch der Tag ganz dunkel wird.“

Verliebt war sie immer, sagt Harfouch. Sie liest Briefe, Gedichte, beleuchtet das innige Verhältnis zur Mutter und den Schmerz um den früh gestorbenen einzigen Sohn. „O Gott, schließ um mich deinen Mantel fest“.

Harfouch streift die Rollen über und ab. Lange wollte man sie danach nicht von der Bühne lassen. Gehen musste sie irgendwann leider doch.

Von Telse Wenzel

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