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Granit ohne Ecken und Kanten

Ausstellung Granit ohne Ecken und Kanten

Wie angeknabberte Knäckebrotscheiben eines Riesen liegen die Steinplatten auf dem rauen Boden des Künstlerhauses. Hier fehlt ein Stück, halbrund abgebissen, dort wölbt sich eine kreisrunde Delle hervor, es folgt ihr Negativ, ein Loch. 

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Künstler und sein Objekt: Michael Steup im Künstlerhaus.

Quelle: Pförtner

Ganz am Ende steht eine Halbkugel wie ein Hügel allein und etwas abseits der übrigen Scheiben. Ausgewandert. 

Doch der Vergleich mit dem schwedischen Knusperbrot hinkt, bisse man sich doch auf jeden Fall die Zähne aus an diesen Platten: Granitblöcke sind das Arbeitsmaterial von Michael Steup. Der in Göttingen geborene Bildhauer hat in Hannover studiert und war 2005 Meisterschüler bei Bernhard Garbert. Den norwegischen, schwedischen, mal indischen oder ostasiatischen Granit in seinen verschiedenen Schattierungen bekommt er beim Steinmetz. Aus den Blöcken holt er Formen hervor, die man in ihrer Weichheit und Beweglichkeit darin nicht vermuten würde.

Ornamentale Zeichen

Sie bewegen sich im Spannungsfeld von Inhalt und Form, von Material und Möglichkeit, von klassischer Strenge und Gestaltungswillen. Eine vierkantige Stele bläht sich in der Mitte auf, bis ihr Körper zu einem prallen Rund ohne Ecken und Kanten anschwillt. Eine andere Stele ist wie zu einem fast ornamentalen Zeichen behauen. Dem starren Sein ist Schlag um Schlag, an der grob strukturierten Oberfläche gut erkennbar, die mal weiche, runde, mal abgezirkelt gebogene Form abgerungen worden. In dem Widerspruch von Material und Form, von Bewegung und skulpturaler Reglosigkeit entspringt ein gut bekannter Moment des Staunens.

Michael Steup: „Gesammelte Werke 04 – 09“ im Gewölbekeller des Göttinger Künstlerhauses, Gotmarstraße 1. Geöffnet bis 28. Juni dienstags bis freitags von 16 bis 18 Uhr, sonnabends und sonntags von 11 bis 13 Uhr.

Von Tina Lüers

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