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Große Feier zum 125. Geburtstag des Deutschen Theaters Göttingen

Bühne frei für das Haus am Wall Große Feier zum 125. Geburtstag des Deutschen Theaters Göttingen

Mit einer Sonntagsmatinee haben Erich Sidler, Intendant des Deutschen Theater (DT), und zahlreiche geladene Gäste den Geburtstag des Hauses am Wall (nach)gefeiert. Das DT wurde am 30. September 1890, vor 125 Jahren, eröffnet. Leichtigkeit  brachten Schauspieler in die fast zweistündige Veranstaltung.

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Quelle: Heller

Göttingen. „Künstler sind Nomaden“, sagte der gebürtige Schweizer Sidler zur Begrüßung, im DT seien sie lediglich Gäste – und gab die Bühne frei für „das Haus am Wall.

In seinem Grußwort sprach Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) die Schicksalsgemeinschaft an, die die Menschen, die Theater machen, mit dem Publikum eingehen. Das Verhältnis zwischen einer Stadt und ihrem Theater sei eine Zwangsehe, „die aber eine Liebesbeziehung werden kann“. Die städtische Förderung für das DT sei der größten Posten im Kulturhaushalt. Dennoch wolle er kein Theater am ausgestreckten Arm der Kulturpolitik. Es müsse verankert sein, aber nicht vereinnahmt.

Ministerialdirigentin Annette Schwandner aus dem niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur erinnerte daran, dass das Staatstheater Oldenburg kurz vor dem DT gebaut wurde und dem Göttinger Haus als Vorbild diente. Auch das Theater in Hannover eröffnete zu dieser Zeit.

Der große Zuspruch aus der Bevölkerung in beiden Städten habe auch das Göttinger Vorhaben befördert, so Schwandner. Und sie überbrachte frohe Kunde: Ein einmaliger Zuschuss in Höhe von 400 000 Euro an die kommunalen Theater in Niedersachsen werde fortgesetzt.

Landrat Bernhard Reuter (SPD) erhofft sich vom Theater das Spiegeln der Realität auf der Bühne, vielleicht sogar Lösungsmöglichkeiten. Mit Blick auf die Herausforderung, die die Flüchtlingskrise bringt, sagte er: „Wir brauchen das DT mehr denn je.“ Mehr als 50 Prozent des Kulturetats gehen derzeit an das DT, das sich in die Region geöffnet habe und Kinder und Jugendliche an das Theater heranführe.

Wenn die Landkreise Göttingen und Osterode sich in einem Jahr vereinigt hätten, werde das Geld weiter fließen, versprach Reuter. Einen Abriss über die Baugeschichte des Hauses lieferten Stadtbaurat Thomas Dienberg (SPD) und die Denkmalpflegerin Karin Schrader.

Der vielleicht persönlichste Beitrag kam schließlich von Schauspielerin Gaby Dey, die seit 20 Jahren zu DT-Ensemble gehört, mit ihrer „Liebeserklärung an ein Theater“. 125 Jahre seinen im Vergleich zu den 5000 Jahre alten Kulturgütern, die derzeit von Terroristen zerstört würden, vielleicht nicht sehr viel, „doch ein ganz toller Anfang“.

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