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Große Sehnsucht

Gaby Dey und Andreas Jeßing im Gespräch Große Sehnsucht

Das Stück „Josef und Maria“ von Peter Turrini steht derzeit auf dem Spielplan des Deutschen Theaters (DT) Göttingen. Es handelt von zwei älteren Menschen, die Heiligabend im Kaufhaus verbringen. Gespielt werden sie von Andreas Jeßing und Gaby Dey. Sie haben über ihren Blick auf das Fest gesprochen.

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Gaby Dey und Andreas Jeßing, die Darsteller im Weihnachtsstück „Josef und Maria“.

Quelle: Christina Hinzmann

Göttingen. „Weihnachten findet nicht statt“, sagt Gaby Dey zu Beginn des Treffens am Ort der Aufführung, dem Bekleidungsgeschäft Woggon am Wilhelmsplatz - allerdings in ihrer Rolle als Maria. Sie hat den Putzdienst am Heiligen Abend im Kaufhaus übernommen, weil ihr Sohn und dessen neue Lebensgefährtin nicht mit ihr feiern wollen. Klar, Maria hat ihre Macken. „Ich weiß nicht, ob ich mit ihr Weihnachten verbringen wollte“, sagt Dey. Er habe es auch erlebt, dass Eingeheiratete das Familiengefüge ändern wollten, erklärt Jeßing, „das geht mir tierisch auf die Nerven“.

Jeßing schildert seinen Josef als „alten Sozialisten, der eh nichts von Weihnachten wissen will“. Josef habe halt eine andere Herangehensweise an das Fest der Liebe. Und Jeßing fragt sich: „Kann man in dieser Welt an Weihnachten überhaupt alleine und dabei entspannt sein?

Als Kind habe sie Weihnachten überhaupt nicht gemocht, verrät Dey. „Kommt da dieser Typ mit dem Bart und fragt mich, ob ich artig war. Ich war nie artig.“

Jeßing, eines von fünf Kindern seiner Eltern berichtet von verklärten Weihnachten, als er noch jung war. „Dann kippte das irgendwann.“ Die ersten der Geschwister seien schon aus dem Haus gewesen und Weihnachten für einen Tag zurück gekommen. Zu wenig Zeit um klar zu kommen. In diesem Jahr wird er mit seiner eigenen Familie feiern, zum ersten Mal ist diesmal die erwachsene Tochter aus einer früheren Beziehung dabei. Großes Essen wird es nicht geben, berichtet Jeßing.

Das allerdings gibt es im Hause Dey. „An Heiligabend muss ich immer ganz viel kochen“, sagt Dey und vermittelt dabei nicht den Eindruck, es würde ihr keinen Spaß machen. Klassischer Weihnachtsbraten kommt bei ihr auf den Tisch und später noch Nachtisch. Das Auspacken der Geschenke werde in ihrer dreiköpfigen Familie ausgewürfelt, sagt Dey. Wer eine Sechs würfelt bekommt eins überreicht. Und wenn sich die Treffer bei einem Familienmitglied häufen? „Man kann sie auch verschenken“, erklärt die Schauspielerin.

Dann kommen beide noch einmal auf ihre Theaterfiguren zurück. „Maria hat eine große Sehnsucht danach, harmonische Weihnachten mit dem Enkel zu feiern“, erläutert Dey. Und Jeßing sagt: „Josef will vielleicht nicht Weihnachten feiern, er hat aber eine Sehnsucht nach Begegnung.“

Die weiteren Vorstellungen von „Josef und Maria“ bei Woggon am Wilhelmsplatz: 10., 16., 23., 24. und 30. Januar um 20.30 Uhr. Kartentelefon: 05 51 / 49 69 11.

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