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Große Show: Sido in der Göttinger Lokhalle

„Schmeiß mal ein paar Fuffies“ Große Show: Sido in der Göttinger Lokhalle

„Das hier ist eine Hip-Hop-Show“, stellt Sido anfangs klar. „Deswegen nehmt ihr jetzt immer, wenn ihr diesen Beat hört, die Hände hoch und geht ab.“ Der Rapper aus Berlin war mit seiner Tour „Sido VI“ zu Gast in der Lokhalle und hat Lieder aus seinem gleichnamigen Album sowie altbewährte Stücke vorgestellt.

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Sehens- und hörenswert: Rapper Sido präsentiert dem Lokhallen-Publikum eine perfekt durchgeplante Show.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. „Wir haben uns einiges einfallen lassen“, verkündete Sido schon vorab im Tageblatt-Interview. Dieser Ansage ließ er am Dienstagabend Taten folgen, mit einer perfekt durchgeplanten Bühnenshow, Gastauftritten verschiedener Rapper und selbstironischen Gags.

 
Das erste Lied „Für ewig“ singt Sido fast im Dunkeln. Umso größer die Wirkung, als er anfängt „Löwenzahn“ zu rappen und auf einer konvexen Leinwand Videos eingespielt werden, die die Musik begleiten. Auf einem anderen Bildschirm wird der Live-Auftritt übertragen, sodass auch die Zuhörer in den letzten Reihen sehen können, dass wirklich Sido auf der Bühne steht.

 
Mit dabei ist stets sein Image als Skandalrapper, dass er immer noch pflegt, obwohl die Texte der Songs seines neuen Albums längst nicht mehr so heftig sind, wie zu Zeiten seines „Arschficksongs“. Er bedient sich dieses Images und baut seine Skandal-Schlagzeilen als nettes Video verpackt in seinen Auftritt ein. Er trinkt Jägermeister auf der Bühne und bringt seinen Fans bei, jedes Mal „Prost, Sido“ zu rufen. Nach dem Lied „Herz“ führt er Zwiegespräch mit seiner Brust und verkündet dann: „Mein Herz sagt, ich soll mehr Jägermeister trinken.“ Und als er dafür die Zustimmung des Publikums bekommt, fügt er warnend hinzu: „Aber dann seid ihr Schuld, wenn ich bei ‚Astronaut‘ später den Text vergesse.“

 
Wie andere Rapper vor ihm, habe er sich jetzt auch einen Butler gegönnt. Über den Abend verteilt zitiert er seinen Alexander mehrmals auf die Bühne und trägt ihm auf, Jägermeister einzuschenken, nicht ohne ihn auf Drogenkonsum anzusprechen, oder befiehlt passend zu seinem Lied „Fuffies im Club“: „Schmeiß mal ein paar Fuffies.“

 
Normalerweise nur mit zwei DJs auf der Bühne, holt sich Sido für ausgewählte Stücke gesangliche Unterstützung und ein bespraytes Klavier dazu. Als Gäste hat er den Rapper Estikay und Adesse mitgebracht. Adesse übernimmt auch später den Part von Andreas Bourani bei „Astronaut“.

 
Sido hat eine beeindruckende Show abgeliefert, mit effektvollen visuellen Untermalungen und einstudierten Pointen – absolut sehens- und hörenswert.

Von Jorid Engler

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