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Großer Walzer mit dem berühmten Klingelton

Neunte Göttinger Gitarrennacht Großer Walzer mit dem berühmten Klingelton

Ausverkauft und von der mittlerweile großen Fangemeinde schon neugierig erwartet, ging am Sonnabend, 1. Oktober, die alljährliche Göttinger Gitarren­nacht in die neunte Runde. Mit dem Konzertgitarristen Wolfgang Mayer und dem aus Brasilien stammenden Virtuosen Mucio Sa haben die Gastgeber Peter Funk und Herbert Wegener Südamerika, Spanien und die USA nach Göttingen geholt.

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Leidenschaftliches und virtuoses Spiel: der Gitarrist Wolfgang Mayer.

Quelle: Heller

Göttingen. Der aus Bayern stammende Mayer präsentierte eine beeindruckende Werkschau mit kabarettistischen Einlagen. Fasziniert lauschte das Publikum seinen Interpretationen vorwiegend spanischer Konzertstücke, die er mit trockenem Humor und Geschichten aus seinem Alltag untermalte.

Die musikalische Darbietung, die beim Publikum jedoch den größeren Anklang fand, reichte etwa von Manuel de Fallas „El corregidor y la molinera“ („Der Dreispitz“), einer komödiantischen Geschichte über die Liebe eines alternden Dorfvorstehers zur wunderschönen Müllerin oder Francisco Tárregas sehnsuchtsvolle „Recuerdos de la Alhambra“ („Erinnerungen an die Alhambra“). Besonderen Beifall erntete Mayer mit der Interpretation von Joaquín Rodrigos „Concierto de Aranjuez“, einem Konzertstück, das als Liebeserklärung Rodrigos an seine Frau Viktoria gilt. Bedächtige und sanfte Melodien gehen hier eine feurige Verbindung mit Flamenco-Rhythmen ein. Mayer fesselte mit seinem leidenschaftlichen und virtuosen Spiel und machte auch den Flamenco durch den Einsatz der Gitarre als Percussion-Instrument spürbar. Zum Abschied gab Mayer nach spanischer Manier den Mariachi und spielte und sang „Adiós Muchachos“ aus dem gleichnamigen Film von Armando Bo.

Peter Funk und Herbert Wegener setzten schließlich den Abend mit ihrer bewährten Mischung aus Hawaii-Melodien und Blues fort: Im Duett spielten sie mit klassischer Gitarre und Resonatorgitarre Eigenkompositionen wie den frechen Tango „El Gato Negro“ („Die schwarze Katze“) oder „The March of the Green Turtles“. Außerdem gab es mitreißende Interpretationen von Henry Thomas „Fishin’ Blues“ oder als mit Gitarre und Autoharp gespieltes Medley, der aus dem 19. Jahrhundert stammenden Square Dance-Melodien „Grandfather’s Clock“ und „Blackberry Blossom“.

Faszinierender Abschluss dieses vielfältigen Abends war der Auftritt des aus Brasilien stammenden und nun in Lissabon lebenden Mucio Sa. Südamerikanische Musik, Klassik und Jazz sind bei Sa wichtige Einflüsse. Das Publikum der Göttinger Gitarrennacht begeisterte er mit enormer Virtuosität und Kunstfertigkeit. Diese bewies er etwa mit seiner Interpretation von Tárregas „Gran Vals“ („Großer Walzer“), der sich als bekannter Nokia-Klingelton ins allgemeine Gedächtnis eingeprägt hat.

Von Karoline Jirikowski-Winter

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