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Großes Leid im Lied

Händel-Festspiele Großes Leid im Lied

Damit ergreifend schlichte Musik schlicht ergreifend wird, bedarf es Musiker, die musikalischen EQ und IQ vereinen. Als solche erwiesen sich am Donnerstag, 28.Mai, die Sängerin Diana Moore und Steven Devine am Hammerflügel im Händel-Festspiel-Konzert in Wiebrechtshausen. 

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Der Künstler Alfred Pohl

Dunkel timbriert: Mezzosopranistin Moore mit Begleiter Devine.

Quelle: Vetter

Ob Purcells „Fairest Isle“, Mendelssohn Bartholdys „Volkslied“, Haydns „The mermaid’s Song“ oder als zu Tränen rührende Zugabe Händels „Dove sei“: Moore verlieh ihrem kraftvollen, herrlich dunklen timbrierten, gleichsam ebenhölzern schimmernden, auch in Höhen von Schärfe freien Mezzosopran Schmelz und Farbe, mit denen sie diese schlichten Musiken adelte.

Haydns Kantate „Arianna a Naxos“ bot sie mit Operngestus, einen großen Bogen spannend, dabei Fassungs- zur Trostlosigkeit steigernd und zugleich mildernd. Das war großes Kino im Klosterkirchenkonzert. Und musikalisch geistreich, wie sie selbst dem arg erwartbaren Trugschluss im Mendelssohn-Lied „Der Blumenstrauß“ durch den Hauch einer Verzögerung noch Esprit abgewann.

In Steven Devine hatte Moore einen „partner in music“, der sie etwa in Haydns „A Pastoral Song“ ungemein achtsam begleitete, in Purcells „Bonvica’s Song“ munter mitparlierte, im „Volkslied“ sein Klavier-Echo in der Schlusszeile jeder Strophe dem Text entsprechend nuancierte – räsonierend, resigniert, tröstlich, hoffend. Anfangs der Haydn-Kantate beschwor er die Szenerie der Arianna am Strand und der verwundeten Seele herauf. Einem kurzen Haydn-Adagio als Solostück verlieh er ein hohes Maß an Intimität.

Fabelhafter Abend

Die weite Fahrt aus Göttingen heraus hat sich für die Händelliebhaber gelohnt. Sie und die Gäste des Sponsors KWS haben einen fabelhaften Abend erlebt in der mittelalterlichen südniedersächsische Klosterkirche, die sich durch englische Musik und Musiker in einen Londoner Salon des 18. und 19. Jahrhunderts verwandelte.

Von Karl Friedrich Ulrichs

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