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Großformatige Bilder von Brigitte Körber am Göttinger MPI für biophysikalische Chemie

Plakative Dynamik Großformatige Bilder von Brigitte Körber am Göttinger MPI für biophysikalische Chemie

„Das ist wie ein Blitz. Ich sehe etwas, und ich bin fasziniert“, beschreibt Brigitte Körber den Moment, mit dem jedes ihrer Bilder beginnt. Und immer sei das ein Eindruck von Außen.

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Quelle: Heller

Göttingen. Das kann ein Baugerüst sein, das mit seinen vielen Verstrebungen im Bild „Aufbau“ die Künstlerin zu der Idee eines geometrischen Liniengefüges inspirierte. Das könne aber auch ein Asphaltboden bei Regen sein. Nach solch einer Idee müsse sie schnell ins Atelier und „hoffen, dass keiner anruft“, sagt Körber. Das Ergebnis ihrer Arbeit im Atelier zeigt die Ausstellung „Die Kunst der Präzision“ im Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie.

Den Malprozess selbst beschreibt die Berliner Malerin als großes Experiment. Sie tastet sich heran, probiert aus, muss Fehler zurecht biegen. Dann werde aus einem Hochformat flugs schon mal ein Querformat, sagt Körber. Auch Farbexperimente werden gemacht. So erzählt die Künstlerin von eingestreutem Salz oder Seifenlauge, mit der sich interessante Farbverläufe erreichen lassen. Sie tüftelt beim Malen: entwickelt und probiert aus. Körbers Bilder sind durchsetzt von Motiven, die durch ihre starken Farbverläufe den Eindruck einer metallenen Oberfläche gewinnen. Manche dieser Metallteile sind bekannt. Kurbelwellen und Bohrköpfe, Karabinerhaken und Schrauben sind zu sehen, aber auch Fantasieformen.

Immer stehen diese Motive vor einem undefinierten Hintergrund, der keine Schlüsse auf den Raum zulässt. So zeigt das Bild „Gesichert“ ineinander verschlungene Metallösen vor einem Hintergrund mit blau-weiß-schwarzen Farbverläufen, die an Weltraum oder die Tiefsee erinnern lassen. Besondere Wirkung erhalten aber die Bilder, bei denen Hintergrund und Motiv zueinander in Bezug gesetzt werden. So etwa bei „Rotation IV“, das auf der linken Bildhälfte eine auf einer Schraube aufgezogenen Mutter zeigt. Rechts lässt Körber Raum für einen rot-gelb-schwarzen Farbstrudel, der sich im Verlauf an dem Motiv der Mutter anlehnt.

Das Bild erhält auf diese Weise eine plakative Dynamik, die das Drehen der Mutter imitiert und auf deren Funktionsweise hinweist. Zusätzlich hebt Körber durch die Wahl des Großformats das Gezeigte aus der Banalität heraus. Das Bild zeigt so nicht nur eine Mutter, sondern eine kleine, aber grandiose Ingenieursleistung. Eine Ausstellung, die das Ästhetische in Schrauben, Bohrern und Metallstücken sichtbar macht, die aber auch das Tüfteln selbst feiert.

Von Daniela Lottmann

Die Ausstellung „Die Kunst der Präzision“ ist im Foyer des Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie, Am Faßberg 11, Göttingen, montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr, sonnabends und sonntags von 10 bis 16 Uhr zu sehen (bis 25. Mai).

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