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Gute Stimmung bei Liesels Clubnacht

Elf Clubs, über 60 Musiker Gute Stimmung bei Liesels Clubnacht

Elf Clubs, über 60 Musiker, ein Eintrittsbändchen: Am Freitagabend startete die zweite Auflage von Liesels Clubnacht. Für acht Euro im Vorverkauf und zehn Euro an der Abendkasse wurde sicher für jeden Musikgeschmack etwas geboten. Bei Blues, Folk, Rock, Punk, Indie oder Singer/Songwriter kamen die Besucher auf ihre Kosten.

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Am Freitag geht die zweite Liesels Clubnacht in Göttingen über die Bühnen von elf Clubs. „Kreaturenhaus“ spielen im Freihafen.

Quelle: Christoph Mischke

Göttingen. Den Beginn am frühen Abend macht Dominik Pytka. Mit seiner Akustikgitarre präsentiert er der noch übersichtlichen Gästeschar in Dabis Kaffeestube in der Roten Straße alte und neue Songs aus seiner Feder. Pytka singt meist mit lauter, klarer Stimme und mit kräftiger Betonung, wenn er in die Saiten drischt. Parallelen zu Rio Reiser drängen sich in den Gehörgang. Er singt von Hoffnung und Liebe, von Träumen und vom Spaß am Leben – witzig und mit Tiefgang, ein Empfehlung. Und der Liedermacher von der Weser ist der geborene Entertainer, ständig im Dialog mit den Gästen. Wohnzimmeratmosphäre. Immer wieder fordert er die Besucher zum Mitsingen auf, erzählt Anekdoten aus seinem jungen Leben, lacht, scherzt und verlost auch mal fix eine CD zwischen den Liedern.

Mächtig Druck im Freihafen

„Shiraz“, eine Band, deren Mitglieder aus Persien, Sri Lanka und Deutschland stammen, sind zur angekündigten Spielzeit noch beim Soundcheck. Der klingt vielversprechend: persischer Rock’n’Roll mit vielfältigen Einflüssen, vor allem lateinamerikanischen, wie man durch die Glastür deutlich hören kann. Die wartenden Menschen nehmen die Verzögerung gelassen, obwohl es ihnen bei nur sechs Grad Celsius doch recht kühl wird in der klaren Vollmondnacht. „Kreaturenhaus“ haben im Freihafen pünktlich begonnen. Fünf Mann, drei Gitarren, Bass und Schlagzeug sind erst einmal der Garant für mächtig Druck. Vielleicht ein Grund dafür, dass die Besucher sich nur auf drei Meter Abstand an die Bühne wagen. Mitunter etwas ungestüm, prügeln die Herren ihren Indie-Rock mit deutschen Texten über die Rampe. Alte Punkerregel: Wer probt ist feige. Interessanterweise wechseln sich die Musiker fast nach jedem Song an den Instrumenten ab. Der Trend scheint auch hier zu Generalisten zu gehen, aber es funktioniert bestens. Der einzige Cover-Song des Abends, „Stück für Stück ins Paradies“, im Original von Ton, Steine, Scherben, hat mit der Ur-Version nicht mehr viel gemein. Recht ruppig kommt er daher, mit Brachialgitarrenwand, aber ganz eigenem Charme.

„Da hat keiner getanzt“

Katha, Elke und Steffi fanden „Kreaturenhaus“ echt klasse, aber die Besucher seien total langweilig gewesen. „Da hat ja keiner getanzt“, sagen sie unisono. Vorher, im Irish Pub hatte sich das Damentrio in der Uhrzeit geirrt, war zu früh und hat sich ein wenig geärgert nur den Soundcheck von „Micula & Friends“ gesehen zu haben. „Jetzt gehen wir erst mal zum P3 Kreuzgang und schauen uns ‚Spice of Live‘ an“, sagt Elke, „und danach sind wir in der Diva-Lounge, um Axel Mehner und Klaus Wißmann zu hören. Die sind ja ganz bekannt hier“. Klaus Wißmann vom gastgebenden Verein Kreuzberg on KulTour ist bereits vor Ort und dokumentiert den Auftritt von „Lyserg“ mit der Fotokamera. An Licht mangelt es nicht im Gewölbekeller, eher an Gästen, aber die Nacht ist ja noch jung. „Lyserg“ scheinen ihren Auftritt dann auch ein bisschen wie einen Probenabend zu verstehen. Da wird hier und da noch ein wenig gefeilt und probiert – work in progress. Der neue Song, „der eben erst den Proberaum verlassen hat“, wie Sängerin June sagt, gerät dann auch ein wenig zur Zitterpartie. Fazit: E-Gitarre ist nicht so ihr Ding.

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Für jeden Musikgeschmack etwas: Die zweite Auflage von Liesels Clubnacht

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Wißmann ist mit der Stimmung in der Stadt sehr zufrieden. „Im Paulaner, wo ‚Saitenschneider‘ und ‚Hot Docs‘ spielen, war es rappelvoll“, berichtet er. Der Altersdurchschnitt sei allerdings höher als bei Indoor-Veranstaltungen in den Vorjahren. „Das liegt sicher auch daran“, so Wißmann, „dass die jüngeren Studis durch die ermäßigten Kulturticket-Preise verwöhnt sind.“ Dann tauscht er die Kamera gegen seine Gitarre und geht auf die Bühne.

Von Christoph Mischke

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