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Gute Stimmung im Großraumwohnzimmer

Drei Jahrzehnte Pur Gute Stimmung im Großraumwohnzimmer

Drei Jahrzehnte Pur, drei Jahrzehnte große Hymnen wie „Lena“, „Abenteuerland“ oder „Indianer“: Das Urgestein unter den deutschen Hit-Produzenten gastierte am Sonnabend in der vollbesetzten Göttinger Lokhalle mit seiner „Live & Akustisch“-Tournee.

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Publikumsnah: Hartmut Engler und seine Bandkollegen.

Quelle: Heller

Die an diesem Abend siebenköpfige Bietigheimer Band begeisterte ihre Fans generationenübergreifend mit einer puristischen, aber publikumsnahen Show und verwandelte ein bestuhltes Sitz-Konzert in stehende Begeisterung.
Schon bevor Sänger Hartmut Engler und Kollegen die Bühne begleitet von Donnergrollen und ausgerüstet mit gelben Regenschirmen und Taschenlampen aus dem Rückraum heraus erklommen hatten, konnte sich das Publikum mit Glückseligkeits-Bekundungen kaum zurückhalten. „Pur“ freute es: „Wahnsinn, wir sind doch erst am Anfang,“, kommentierte Engler die aufgeladene Atmosphäre.

Mit „Im letzten Regen“ eröffneten der lässig-hemdsärmlige Frontmann und seine Combo das Programm. Bei dem sentimentalen Schwank „Freunde“ hielt es die Gäste, besonders die weiblichen in den ersten Rängen, schon nicht mehr auf den Sitzen. Besetzt war das Set von drei akustischen Gitarren, Congas, Drums und einem E-Piano. Die Back-Vocals übernahm Götz von Sydow in Vertretung für den 2001 eingestiegenen Newcomer Cherry Gehring.

Im „Großraumwohnzimmer der Familie Pur“ herrschte ausgelassene Stimmung. Zwar hätte aus musikalischer Perspektive das Attribut „akustisch“ noch mehr betont werden können, aber wen interessierte das schon? Mütter, Väter, Kinder, Kindeskinder, was sie her gelockt hatte, war nicht die Suche nach Innovation, sondern die Sehnsucht nach der Stimmung, den Gefühlen und der Unmittelbarkeit, wie nur „Pur“ sie vermitteln kann.

Viele altbekannte Hits bekamen ohne E-Gitarren und Synthesizer ein ganz „neues musikalisches Kleid“, stießen aber beim Publikum auf nicht weniger Gegenliebe. Engler überzeugte mit solider geschulter Stimme auf der großen „Klassenfahrt“ mit seinen Band-Kollegen. Die in die Jahre gekommenen Jungs machten das Konzert auch für sich zu einem Vergnügen: Drummer Martin Stoeck dirigierte „Funkenperlenaugen“ als Kanon für die ganze Halle, Bassist Joe Crawford steuerte zu „Ein Graues Haar“ eine irische Flötenmelodie bei und auch als purer A-Cappella-Chor, der „Oh, wie ist das schön“ und „Highway to hell“ interpretierte, demonstrierten die Baden-Württemberger handwerkliches Können.

Nach 120 Minuten Programm, das statt Pause eine Dia-Show aus 30 Jahren Bandgeschichte beinhaltete, erklatschten sich die „Purianer“ satte sieben Zugaben. Mit „Wiedersehen“, La-Olas und strahlenden Gesichtern entließen die Jubilare das Publikum in eine laue Nacht.

Von Anna Kleimann

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