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Hamburger Sängerin Lùisa im Heimathafen im Göttinger Pools

Winter im Juli Hamburger Sängerin Lùisa im Heimathafen im Göttinger Pools

Eine ganz intime Situation erleben die gerade mal zehn Besucher im Heimathafen im Pools an einem dieser ersten kühlen Herbstabende, aber dies wird von der aus Marburg stammenden Sängerin und Gitarristin Lùisa als gar nicht so schlimm empfunden. Sie liebt offensichtlich diese Nähe zum Publikum und die damit verbundene spezielle warme Atmosphäre.

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Singt mit beeindruckend variabler Stimme: Lùisa.

Quelle: Linnhoff

Göttingen. Der Techniker kommt ihr da gleich zu Beginn des Konzertes entgegen, indem er das Licht auf der kleinen Bühne zurücknimmt und so das Publikum für die Künstlerin auch sichtbar macht.

Die Sängerin hatte schon Auftritte bei Ina Müller in ihrer kleinen populären Kultshow „Inas Nacht“ und war 2012 auch Gast bei TV Noir, dem „selbsternannten Wohnzimmer der Songwriter“. Schon mit dem zweiten Stück bringt sie ihre Setliste durcheinander und kündigt daraufhin charmant an, diese nun rückwärts spielen zu wollen.

Lùisa lebt seit geraumer Zeit in Hamburg, ist dort nach eigener Aussage mehrmals schon umgezogen, und so handeln ihre Stücke unter anderem auch „vom nicht so richtig Ankommen“. Ihre leicht brüchige Stimme ist beeindruckend variabel, begleitet von einem sehr wohlklingenden, melodiösem Gitarrenspiel, hin und wieder untermalt von mal mit der Stimme, mal mit kleinen Perkussionsinstrumenten selbst erzeugten Loops.

Diese werden unaufdringlich, aber sehr effektvoll auch mal als Chorstimme eingesetzt. Sie singt vorwiegend in Englisch. „Der Winter im Juli“ heißt übersetzt eins von zwei Stücken, die sie in französischer Sprache vorträgt. Es handelt „von einem Sommer auf St. Pauli während dem ich mich in Winterstimmung befunden habe“ erzählt sie.

Französischer Wohlklang

Die Frage aus dem Publikum nach dem „warum in Französisch“ erklärt die Künstlerin mit dem Wohlklang der Sprache, die sie neben Englisch studiert.

Sie singt  „von der Dankbarkeit hier zu sein“ und fügt schmunzelnd „hier in Göttingen“ hinzu. Ein weiteres Lied trägt den Namen ihrer Großmutter. Dabei fällt ihr dann ein, dass sie sich dem Publikum noch gar nicht vorgestellt hat.

Im Mai hat sie als Vorläufer für die im Frühjahr nächsten Jahres erscheinende neue CD eine EP mit vier Stücken über „Innenbeobachtungen“ heraus gebracht, die dann teilweise den Abschluss eines Konzertes bilden, das lange nachwirkt.

Im Anschluss sitzt sie noch mit allen Besuchern im Kreis zu einem lockeren Plausch zusammen. Lang anhaltender Applaus für eine sympathische Künstlerin, die verspricht, im nächsten Jahr wieder nach Göttingen zu kommen. Dieses Versprechen nimmt das Publikum ihr gerne ab.

Von Jörg Linnhoff

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