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Hamlet als Puppenspiel in Göttingen

Figurentheatertage Hamlet als Puppenspiel in Göttingen

Marc Schnittger hat in Leinenhemd und Lederhose nicht nur Shakespeares Hamlet verkörpert. Bei den 31. Figurentheatertagen führte Schau- und Puppenspieler Schnittger am Donnerstag im GDA-Wohnstift Shakespeares Tragödie auf und hauchte auch seinen Puppen Leben ein.

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Marc Schnittger bringt Shakespeares Tragödie auf die Bühne

Quelle: Wenzel

Göttingen. Schnittger spielt König Claudius, Königin Gertrude, Polonius, Laertes und Ophelia. Hamlet wandert stets zwischen Traumwelt und Realität hin und her. Er flüchtet sich auf einen Dachboden, auf dem er Figuren findet, die seine Vertrauten darstellen. Mit ihnen redet Hamlet, während durch eine Klappe im Boden die Festmusik der Hochzeit von König Claudius und Hamlets Mutter Gertrude zu hören ist.

In einzelnen Stellen der Inszenierung musste man schon genau hinsehen, um die Puppen nicht für lebendige Darsteller zu halten. Dabei sang Schnittger teilweise auf Englisch aus Shakespeares Hamlet und stellte sich der berühmten Frage: „Sein oder nicht sein?“

Während Schnittger die Puppen führte, veränderte er Stimme, Mimik und Gestik. Diese schienen sich auf die Puppen zu übertragen. Der Puppenspieler hauchte diesen damit Leben und Emotionen ein.

Beinahe liebevoll schaffte Schnittger es, jeder Puppe vom Aussehen das wichtigste Attribut zuzuordnen. Der König war dick und sah nicht vertrauenswürdig aus. Hamlets Geliebte Ophelia trug ein durchsichtiges Kleid und seine Mutter wurde durch ein großes Dekolleté personifiziert.

Schnittger interagierte mit den Figuren: Flirtete mit Ophelia und kämpfte mit Laertes. Dabei entwickelte jede Figur und Rolle eine eigene Dynamik, wodurch ein Zusammenspiel der Puppen mit dem Schauspieler entstand. Der Dachboden wurde für Hamlet ein Ort, an den er sich vor der Realität flüchtet und erst am Ende, als Hamlet die Geschichte mit seinen Puppen durchlebt hat, geht er zurück in die Festhalle.

Mit veränderten Lichtverhältnissen und den teilweise im Schatten hängenden Puppen, sorgte die Inszenierung für schaurige Momente, die bei manchen im Publikum zu einem Raunen führten. raunen. Die Schatten machten die Puppen noch einmal realer und gaben dem überzeugenden Schauspiel eine gruselige Note.

Noch 15 Inszenierungen sind bei den 31. Figurentheatertagen zu sehen. Marc Schnittger wird mit der Komödie „Handlungen“ am Sonnabend, 13. Februar, und mit dem düsteren Theaterstück „Die musikalische Hölle“ am Sonntag, 21. Februar, erneut auftreten ( figurentheatertage.goettingen.de).

Von Vincent Lubbe

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