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Hannah Epperson im Nörgelbuff Göttingen

Eins mit ihrer Violine Hannah Epperson im Nörgelbuff Göttingen

Die kanadische Singer-Songwriterin Hannah Epperson hat in ihrer Heimat wie auch in den USA das Publikum vor allem mit ganz besonderen Live-Auftritten erobert. Nun machte sie auf ihrer Europa-Tournee gemeinsam mit „Paper Beat Scissors“ Station im Liveclub Nörgelbuff.

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Durch und durch Musikerin: Hannah Epperson.

Quelle: Linnhoff

Göttingen. Schon früh in ihrer Kindheit und Jugend sei sie in ihrer Gemeinde in Salt Lake City vorwiegend von Künstlern umgeben gewesen, teilt die Musikerin mit. So sei es gekommen, dass sie sich schon im Alter von fünf Jahren der Geige gewidmet habe. Sie liebe das fließende Gefühl, das beim Spiel mit dem Instrument entsteht und die enge Beziehung zwischen Violine und ihrer Stimme, sagt Epperson.

Eppersons Spiel ist geprägt durch klassische und elektronische Elemente. Diese Kombination resultiert aus ihrer gleichzeitigen Faszination für tanzbare Beats und dem entspannten Lauschen von E-Musik. Seit ihrem achten Lebensjahr vergöttere sie zudem die Werke von Björk.

Mit einem „guten Morgen, guten Abend“ begrüßt die Musikerin mit dem langen, blonden Haar das Publikum und bezeichnet es mit Anspielung auf Göttingen als „Wissenschaft-People“. Dann beginnt ein Abend der ganz besonderen Art voller magischer Momente.

Epperson kündigt viele traurige Lieder an. „Brother“ sei das traurigste darunter. Es wartet mit einem markanten, sich immer wiederholenden Intro auf. Zu Beginn der Stücke zupft sie die Saiten ihre Geige meist wie eine Gitarre an und legt diese Klänge als rhythmischen Loop unter ihr gestrichenes Spiel, um dann ihre zarte, helle Stimme hinzuzufügen. Ein Konzept, das sie variantenreich im Laufe des Konzertes immer wieder einsetzt. Dabei scheint sie mit meist geschlossenen Augen völlig in ihrem Spiel aufzugehen und eins mit ihrer Violine zu sein. So erzeugt die sympathische Künstlerin mit ihren Klangcollagen vor einem andächtig lauschenden Publikum eine entspannte, fast meditative Stimmung, die nur zum Ende der Songs vom begeisterten Applaus der Besucher aufgebrochen wird. Nach Verklingen der letzten Note bleibt der nachhaltige Eindruck, gerade Zeuge eines ganz besonderen Konzerterlebnisses geworden zu sein.

Ein Support, der eigentlich keiner war, eröffnete mit Tim Crabtree und seinem Projekt „Paper Beat Scissors“ gleichwertig den kanadischen Abend. Der Exil-Brite Crabtree trat schon mehrfach in Göttingen auf. Auch er lebt inzwischen in Kanada und hat gerade sein neues Album „Go On“ veröffentlicht. Beeinflusst von The Notwist, Radiohead und Sigur Rós spielt er intensive Songs, unterlegt mit gezupfter Akustikgitarre, Loops und vielschichtigem, sehr eindringlichem Gesang.

Von Jörg Linnhoff

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