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Harald Martenstein im Gemeindesaal in Rosdorf

Literaturherbst Harald Martenstein im Gemeindesaal in Rosdorf

Kolumnist Harald Martenstein hat einen Freund. Tom Peuckert heißt der. Gemeinsam haben sie den Roman „Schwarzes Gold aus Warnemünde“ geschrieben, beim Göttinger Literaturherbst wollten sie ihn im Gemeindesaal in Rosdorf vorstellen. Peuckert war krank, Martenstein meisterte die Aufgabe auch alleine.

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Harald Martenstein   

Quelle: Krüger-Lenz

Rosdorf. Martenstein ist Wessi und war mal DKP-Mitglied, Peuckert ein Ossi und laut seinem Freund bei der SED. Ihr Buch handelt von einer DDR, die nicht unter- sondern aufgegangen ist. Ein riesiger Ölfund unter der Ostsee macht sie zum reichsten Land der Welt. Die Brüder und Schwestern aus dem Westen arbeiten fortan für die im Osten. Wirtschaftsminister ist Herr Guttenberg, der dafür seinen Adelstitel ablegen musste, Gregor Gysi ist zuständig für die Kultur. Katarina Witt ist erfolgreiche Dschungelcamp-Moderatorin und Sahra Wagenknecht die „bildschöne Yoga-Lehrerin“. So hat es Martenstein am Dienstagabend vorgelesen. Mehr allerdings amüsierte sich das Publikum im ausverkauften Gemeindesaal über die Glossen, das Rahmenprogramm sozusagen.

Wenn er Fragen habe, aber keine Antworten, schreibe er einen Roman, die Glossen ziehe er aus seinem Alltag, erzählte der Kolumnist, der zu den bedeutendsten deutscher Zunge zählt. Dann las er leidenschaftlich davon, dass er von der Redaktion der Sendung RTL explosiv als Terrorismus-Experte eingeladen wurde, und von seinem Sohn, der nach dem Abitur schlaffe Wochen, wenn nicht gar Monate, in der elterlichen Wohnung verbrachte. Dessen größtes Projekt, das sich über mehr als acht Wochen hinzog: der Kauf einer Badehose. Grundkomisch, sprachlich ausgefeilt, klasse. Wohl einer der unterhaltsamsten Abende des Literaturherbstes.

Harald Martenstein, Tom Peuckert: Schwarzes Gold aus Warnemünde, Aufbau-Verlag, 256 Seiten, 19,95 Euro.

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