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Harzer Weihnacht als Hillbilly-Hit

Heartburn Billy and his Burning Harz Harzer Weihnacht als Hillbilly-Hit

„Das Tal im Rücken und den Berg vor Augen – dann fühle ich mich wohl“, so schwärmt Heartburn Billy vom Harz. Der Musiker aus Hahnenklee hat das Harz-Lied entstaubt und singt im Hillbilly-Country-Stil über Themen aus dem Mittelgebirge. Mit seinem Terzett hat er eine Weihnachts-CD eingespielt.

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Heartburn Billy alias Markus Lux (Mitte) mit Daniel Adler (links) und Tom Spötter.               

Quelle: SPF

Göttingen. Die Geschichten der Songs spielen natürlich wieder im Harz – mit viel Witz und Herzblut für diesen Landstrich. Am Freitag, 4. Dezember, stellt die Band ihr Album im Nörgelbuff vor. In Hahnenklee kennt man Billy (Markus Lux) mit seiner markanten Waschbär-Mütze und dem langen Kinnbart. 2011 tat er sich mit dem Göttinger Ukulelen-Spieler „El Adrenalid“ (Daniel Adler) zusammen. Kurz danach kam Bassist „Mockin‘ Tomcat“ (Tom Spötter) aus Bad Grund hinzu. Alle drei lieben die Country-Ikone Hank Williams, sie mögen alte Hinterwäldler-Musik der 1940er Jahre aus dem Süden der USA und Rockabilly. „Erst haben wir Country-Songs auf Englisch gesungen, aber das machen viele andere Bands auch“, so Daniel Adler. „Erst mit unseren deutschen Texten und Themen aus dem Harz wurden wir einmalig.“ Seit 2012 tritt das Trio auf. Es spielte auf dem Harzer Heimattag, stand mit Hardrock-Bands auf einer Bühne und gastierte in Live-Clubs.

 

Die Texte ihrer Lieder haben einen modernen, heiteren Blick auf den Harz. „Das ist Harzer Schmäh“, schmunzelt Sänger Billy, der aus einer Bergmannsfamilie stammt. In den Songs geht es mal um die Brockenbahn, dann wird die Liebesgeschichte der Köhlerliesl am Holzmeiler erzählt oder die Begegnung eines West- und Ost-Harzers. Vorbild: der Harz-Schlager von Erich Storz. „Es wird in den Songs nichts schön geredet“, betont Billy. „Aber die Lieder haben immer eine positive Richtung, sind augenzwinkernd und zum Schmunzeln – die Harzer sollen sich freuen, wenn sie unsere Lieder hören.“

 

Die Songs machen gute Laune: Billy singt mit sonorer Stimme, spielt eine schmissige Country-Gitarre und wird mit fetziger Ukulele und knackigem Rock‘n‘Roll-Bass begleitetet. Daniel Adler: „Die Musik soll bewusst ungehobelt klingen, es wird nichts geschönt.“ Das Trio hat mit seinen Songs zwischen schrägem Schlager, witzigem Volkslied und mächtig Underground-Appeal bereits eine eingeschworene Fan-Gemeinde. Die erste Vinyl-Platte veröffentlichte die Band noch selbst. Doch bei Bear Family Records fanden die drei Harz-Fans schnell einen weltweiten Vertrieb.

 

„Die Idee für das neue Weihnachtsalbum entstand aus einem Jux“, erzählt Sänger Billy zur neuen CD. Hier mischten die Musiker eingedeutschte bzw. „eingeharzte“ amerikanische Lieder mit deutschen Weihnachtsklassikern. Bei ihnen wird aus „Rudolph The Red Nose“ dann „Harold, der Harzer Roller“ – also ein Kanarienvogel bei einem Harzer-Roller-Gesangswettbewerb. Die „Schwarze Weihnacht“ handelt augenzwinkernd darüber, dass im Harz dann im Winter manchmal doch kein Schnee liegt. Aus der Schnulze  „Winter Wonderland“ wurde der romantische „Harzer Winterwald“.

 

„Die Harzer Musik muss sich verjüngen, sonst stirbt sie aus“, so Heartburn Billy. „Ich wünsche mir, dass die Lieder noch in fünfzig Jahren gesungen werden.“ Die drei Musiker meinen es ernst: Ihre Songs haben sie bereits als Liederbuch herausgebracht – zum Mitsingen, zum Nachsingen.

 

Heartburn Billy tritt auf am Freitag, 4. Dezember 2015 ab 21.30 Uhr im Nörgelbuff, Groner Straße 23. Die CD „Weihnachten mit Heartburn Billy“ ist erhältlich im Vinyl-Reservat, Rote Straße 17, Göttingen.

 

Von Udo Hinz

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