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Herbert Günther „Die Zeit der großen Worte“

Vollkommen sinnloser Krieg Herbert Günther „Die Zeit der großen Worte“

Der 14-jährige Paul, Hauptperson im Jugendroman „Zeit der Großen Worte“ von dem Friedländer Herbert Günther, schnappt das Wort „Sarajevo“ auf dem Marktplatz auf.  Für Paul klingt es wie eine Zauberformel. Doch in Wirklichkeit kündigt es die erste Katastrophe des 20. Jahrhunderts an – den Ersten Weltkrieg.

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Quelle: EF

Göttingen. Paul ist zunächst, wie alle Menschen in seiner Umgebung, hingerissen von der Einigkeit die sich durch den nahenden Krieg einstellt. Sein Vater und sein älterer Bruder Max gehören zu den ersten Freiwilligen. Doch schon mit dem ersten Brief vom Bruder, wandelt sich das Bild. Max, glühender Verfechter des Krieges, sieht ihn nun als „fürchterlich und vollkommen sinnlos“.

Schon bald spürt die zurückgebliebene Familie die Auswirkungen des Krieges auf die Wirtschaft. Sie müssen das kleine Lebensmittelgeschäft aufgeben und ins Heimatdorf des Vaters ziehen.

Der Vater fällt im Krieg, der Bruder kommt traumatisiert zurück. Pauls Leben gerät aus den Fugen, aber er findet auch die erste große Liebe. Die Buchhändlerin Helene weckt sein Interesse an Büchern. Diese geben ihm eine Ahnung davon, dass das Leben auch ganz anders sein kann.

Günther schafft es, den Leser behutsam in die damalige Zeit einzuführen. Seine kindliche Ehrlichkeit und Offenheit, ermöglicht es, sich sofort in ihn hineinzuversetzen. Schnell ist er einem ans Herz gewachsen. Die Zeittafel und das umfangreiche Glossar im Anhang runden den gelungenen Jugendroman ab.

Von Sebastian Wels

Herbert Günther: „Die Zeit der großen Worte“, Gerstenberg-Verlag, 272 Seiten, 14, 95 Euro.
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