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Hilmar Stemmler stellt Collagen aus

Galerie Art Supplement Hilmar Stemmler stellt Collagen aus

Beobachter können einiges erfahren über die Welt und das Leben, wenn sie die Bilder von Hilmar Stemmler anschauen. Derzeit zeigt er eine Reihe seine Collagen in der Galerie Art Supplement. Sein Ausgangsmaterial sind Papiere, die er von Litfaßsäulen in Berlin, Essen und Göttingen abgerissen hat.

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Sucher und Sammler: Hilmar Stemmler.

Quelle: Heller

Göttingen. Stemmler ist Lehrer am Max-Planck-Gymnasium. In der heimischen Musikszene hat er sich als Jazzer einen Namen gemacht. Seit einiger Zeit betätigt er sich auch als Bildender Künstler. Grundlagen dafür hat er in Kreativworkshops in Florida gelegt. Nun also Collagen. Seine Lehrerkollegin Annemarie Prell, selbst Künstlerin, erläuterte zur Vernissage kenntnisreich das kreative Vorgehen Stemmlers. Seine Abrissfetzen sammele er erst ein, nachdem die darauf verkündete Botschaft – Ey, tolle Party – bereits Geschichte ist. Das große Konvolut an Papier müsse gesichtet, zueinander sortiert und schließlich auf eine Unterlage geklebt werden. Ein Prozess, der eine Vielzahl von Entscheidungen erfordere.

 

Bei Stemmler entstehen vor allem drei Arten von Bildern: jene, in denen Figürliches dominiert, jene, in denen Vorder- und Hintergrund ähnliche Bedeutung bekommen, und jene, die als Struktur und Fläche funktionieren. Mit diesen Bildebenen hantiert Stemmler geschickt. Geschickt legt er narrative Sujets an und spielt so mit künstlerischen Parolen der Surrealisten der 1920er-Jahre. Oder er vertraut den vorgefundenen Strukturen, die von Klebstoffresten, Risskanten und Farbanklängen bestimmt werden, und begibt sich so in die Nähe des Informel der 1950er-Jahre. Meist gelingen ihm dabei ausgewogene Kompositionen, seine Bilder funktionieren.

 

Doch das kann kaum darüber hinwegtäuschen, dass Stemmler sich auf weitgehend kartiertem Gelände bewegt. Dieses Sammeln von Fundstücken, die er dann in einen neuen Kontext stellt, ist in der Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts durchdekliniert worden. Diesem Genre kann auch Stemmler keine neuen Aspekte abringen. Was bleibt, sind hübsche Bilder.

 

Die Ausstellung läuft bis Sonntag, 31. Januar. Sie ist montags bis freitags von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 13 Uhr geöffnet.

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