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Hilpert-Revue zum 120. Theater-Geburtstag

Das Deutsche Theater startet Spielzeit Hilpert-Revue zum 120. Theater-Geburtstag

Das Deutsche Theater hat beim großen Fest zum Spielzeitstart eine hervorragende Verbindung zum himmlischen Wetterdienst. Präzise zum Fest-Termin machte das Schmuddelwetter eine Pause, so dass die 700 Besucher einen sonnigen Sonnabend am Theaterplatz verbringen konnten.

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Einmal über den (Bühnen-)Himmel schweben: Kinder üben Vampir-Fliegen im Großen Haus.

Quelle: Heller

Der Nachmittag gehörte vor allem den Kindern. Für sie hatte das Theater viele Attraktionen vorbereitet – einen riesigen roten Sessel zum Beklettern, Schminken bis zum Abwinken, dazu als besonderes Schmankerl für alle, die größer als 120 Zentimeter waren, Vampirfliegen über die Bühne im Großen Haus. Die Tischlerei leistete Hilfestellung beim Laubsägen, und die Sparte Junges Schauspiel verriet in einem kurzen Szenenausschnitt, was am 3. Oktober für Kinder ab vier Jahren auf die Bühne kommt: „Die zweite Prinzessin“, ein Stück über die Probleme, die jüngere Geschwister mit all dem haben, was den älteren schon zugetraut oder erlaubt wird.

Im Programm für die erwachsenen Festgäste gab es drei runde Geburtstage zu feiern: den 120. des Hauses am Wall, das 1890 als Göttinger Stadttheater eröffnet wurde, dazu den 60. Geburtstag des 1950 gegründeten Deutschen Theaters und den 120. Geburtstag seines ersten Intendanten Heinz Hilpert (1890-1967). Letzterer kam in einer ergreifenden Lesung seines von tiefer Liebe geprägten „Tagebuchs für Nuschka“ aus den Jahren 1944 und 1945 zu Wort: mit Barbara Schnitzler und Helmut Mooshammer vom Deutschen Theater Berlin. Annelies Heuser, genannt Nuschka, war Hilperts jüdische Geliebte und spätere Ehefrau, die die letzten Jahre der Naziherrschaft in der Schweiz lebte. Eine Ausstellung im DT-Rangfoyer lässt diese Zeit noch einmal lebendig werden.

Einen Ausblick auf das für Frühjahr 2011 geplante DT-Festival „Neues aus Polen“ gaben Ensemblemitglieder mit einer szenischen Lesung zweier Dramentexte, die sich mit schlauer Absurdität gegenseitig überboten: „Zwei arme Polnisch sprechende Rumänen“ von Dorota Masłowska und „Der Tod des Eichhörnchen-Menschen“ von Małgorzata Sikorska-Misz­czuk.

Finaler Publikumsmagnet im voll besetzten Großen Haus war die Revue „Von der Muse geküsst“ , in der die 120 Jahre währende Geschichte des Theaters am Wall vor allem musikalisch illustriert wurde. Hier reicht der Platz nicht aus, auf alle Beiträge einzugehen – doch wenigstens darauf sei verwiesen, dass die neu engagierten Ensemblemitglieder Paul Enke, Wojo van Brouwer und Paula Hans das musikalische Potenzial des DT erheblich verstärken. Das macht eindeutig Appetit auf mehr.

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