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Hommage an die Gitarre

Gitarrist Roberto Legnani im Bürgersaal Northeim Hommage an die Gitarre

Sein exzellentes Gitarrenspiel hat Roberto Legnani auf vielen Konzertreisen durch Europa, Israel, USA oder Südkorea präsentiert. Unter Kennern wird der Gitarrenvirtuose als absoluter Meister des sauberen Tons geachtet. In Northeim gab er solistische Kostproben seines Könnens.

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Roberto Legnani.

Quelle: r

Northeim. Seine Konzerte werden in den Ankündigungen des Veranstalters als „Hommage an die Gitarre und ihren zauberhaften natürlichen Klang" bezeichnet. Im Duo feiern Roberto Legnani und die Cellistin Ariana Burstein in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bühnenjubiläum. Auftritte mit der 2006 verstorbenen weltberühmten jüdischen Chansonsängerin Belina bilden eine weitere Facette in Legnanis musikalischer Vita. Im Bürgersaal trat er solo mit seiner legendären Hopf-Gitarre „La Portentosa“ auf. Die Gitarren aus der Meisterwerkstatt werden auch von anderen Größen wie Baden Powell geschätzt.

Der Saal ist abgedunkelt. In einen einzigen Lichtkegel getaucht lässt Roberto Legnani in klassischer Sitzhaltung die ersten Akkorde der „Romanza Española“ erklingen. Er spannt bei der Auswahl seiner Stücke einen weiten Bogen durch die Musikhistorie. Dabei schöpft er aus ganz unterschiedlichen Werken vom 17. bis zum 20. Jahrhundert und deckt dabei ein großes Stück Kulturgeschichte ab.

Einfühlsam, mit unglaublicher Fingerfertigkeit perlen die Melodien und flüssigen Akkorde förmlich aus seinen Händen, virtuos gespielt. Mal ist sein Spiel zart, fast träumerisch wie in der Cavatine „Sun filled the sky“, bekannt aus dem Film „The Deer Hunter“, dann tänzerisch leicht wie in „Spatter the dew“.

Legnani ist in Fachkreisen bekannt für seine sauberen Töne. Er spielt unglaublich konzentriert und akzentuiert, kein noch so leichtes Quietschen der Saiten beim Greifen ist zu hören. Fast gespenstisch ruhig ist es im Saal. Mit der „Suite Latina“ begibt er sich stimmungsvoll von Brasilien über Uruguay bis nach Paraguay und beleuchtet darin fröhliche wie melancholische Momente.

Der italienische Gitarrist und Komponist Mauro Giuliani spielte im beginnenden 19. Jahrhundert eine bedeutende Rolle bei der Etablierung der klassischen Gitarre in Europa. Von ihm spielt Legnani zum Ende seines Konzertes „Le Rossianiane no.1, Opus 119“, eine Verarbeitung von Opernthemen Rossinis. In dem Werk lotet Legnani noch mal alle Facetten seines faszinierenden Gitarrenspiels aus und endet mit einem furiosen Crescendo.

Von Jörg Linnhoff

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