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„I Think I Spider“-Festival in der Göttinger Musa

Gitarren-Ära und Double-Time-Rap „I Think I Spider“-Festival in der Göttinger Musa

Da geht selbst der Elch ohne Knie in die Hocke. Beim „I Think I Spider“ feierten Fans mit ihren Bands, und Musiker hörten sich an, was Gruppen aus anderen Genres zu bieten haben.

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Adrian Buchner und Can Yalcinkaya von Catch a Bear (v. l.).

Quelle: Heller

Göttingen. Mit Kneeless Moose, Sidata, The Esprits, Catch a Bear und Jay Luxe war das Festival in der Musa musikalisch so vielfältig, wie noch nie.

Mit Sidata und Catch a Bear bringt die Hannoversche Agentur Spider Promotion nicht nur Bands aus dem eigenen Stall auf die Bühne, sonder auch Göttinger Gruppen. Sidata präsentiert Crossover. Auch wenn Sänger David Pniwczak vor einer ruhigen Phase ihres Auftritts warnt, die „auch schnell wieder vorbeigeht“, hat Sidata hier einen starken Song zu bieten.

Funk gesellt sich zu Rock-Riffs und Harmonisches geht nahtlos in Härteres über. Catch a Bear steht für deutschsprachigen Rap. Die siebenköpfige Band präsentiert Funk mit Rock- und stellenweise auch Latin-Einflüssen. Locker steckt die Band anfängliche Technikprobleme weg und unterhält die etwa 180 Besucher in der Musa mit Songs wie „Captain Blaubaer“.

The Esprits und Kneeless Moose gehören zu den Künstlern von Spider Promotion. Eine bestimmte Schublade ist dabei für The Esprits reserviert: Indie-Rock. Die Braunschweiger sind zwischen älteren Klamotten, die aber noch immer ausgesprochen gut sitzen, zu finden. Darunter The Hives, Mando Diao oder die Arctic Monkeys. Sänger Roman Ritter stellt unter Beweis, dass die Ansagen eines halben Konzerts aus nur einem Satz bestehen können und hat damit Erfolg: „Kommt ruhig noch ein Stückchen näher.“

Für den Hamburger kein Problem

Die Energie der Band und die Tanzbarkeit der Songs zieht fast alle Zuhörer in der Musa vor die Bühne. Selbst der Aufforderung sich hinzuknien, folgen viele. Auch Thomas Wisniewski, Sänger von Kneeless Moose (Elch ohne Knie), fühlt sich animiert und geht im Publikum in die Hocke.

„Good Old Times“ heißt ein Song von Kneeless Moose. Nach der Gitarren-Ära der späten 60er- und der 70er-Jahre klingen die Lieder der Band – Bluesrock vom Feinsten. Aber in der Musik in der Gruppe ist noch mehr zu finden. Moderne Rockmusik und Grunge halten Einzug in die Arrangements der Hannoveraner. Großartig!

Headliner des Abends ist Jay Luxe aus Hamburg. Double-Time – die Technik, bei der der Text mit doppelter Geschwindigkeit gerappt wird – ist für den Hamburger kein Problem. Mühelos nimmt er die Passagen. Musikalisch treffen moderner und tanzbarer Elektro sowie Hip-Hop auf Lieder, die an die besten Tage erinnern möchten.

Eben so, wie sich die Zuhörer an die wirklich guten Bands in der Musa erinnern werden. „I Think I Spider“ steht im vierten Jahr für eine ausgezeichnete Musik-Mischung und erneut für hingebungsvolle Arbeit.

Von Friedrich Schmidt

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